zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Keine Zuschüsse mehr für den VfL?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadtverwaltung schlägt dem Sozialausschuss vor, Gelder für Oldesloes größten Sportverein nicht zu bewilligen. Der VfL hatte eigentlich eine Erhöhung beantragt.

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 11.Jan.2016 | 10:50 Uhr

Das ist ein Tagesordnungspunkt, bei dem es hoch her gehen könnten: Bei der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch, 13. Januar, ab 19 Uhr im Sitzungszimmer des Verwaltungsgebäudes geht es um den Antrag um die Erhöhung des jährlichen Zuschusses an den VfL von 2014. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung: Es gibt keine Erhöhung und der Zuschuss für 2015 wird komplett gestrichen. „Das hat uns in unseren Grundfesten erschüttert“, gesteht Dieter Thom, einer der stellvertretenden VfL-Vorsitzenden.

Der Antrag hat bereits eine lange Vorgeschichte. Schon seit vielen Jahren erhält der Sportverein einen Zuschuss für die Unterhaltung der Außensportanlagen im Travestadion – knapp 13  000 Euro jährlich. „Das haben Walter Busch und Bürgermeister Gottfried Baethge damals noch ausgehandelt“, erinnert sich Dieter Thom. Was genau seinerzeit ausgehandelt wurde, lässt sich mittlerweile nicht mehr ermitteln. Deshalb legt die Stadt den immer noch gültigen Pachtvertrag zugrunde. Darin ist definiert, welche Aufgaben die Stadt und welche der Verein zu erledigen haben.

Im August 2014 beantragte der VfL eine Erhöhung des Zuschusses für das Stadion auf 19  800 Euro, da sich allein die Energiekosten auf 17  500 Euro beliefen. Hinzu käme, dass in den Sommermonaten das Stadion fast täglich für den Schulsport genutzt werde. Die Reinigung der Umkleiden trage ebenfalls der VfL, führte der damalige Vorsitzende Uwe Rädisch im Ausschuss aus.

Im Februar vergangenen Jahres hatten die Ausschussmitglieder einstimmig beschlossen, dass der VfL durch Nachweise die gestiegenen Energiekosten belegen soll. Fern sei die von der Mitgliederversammlung beschlossene Jahresrechnung vorzulegen.

In der Folge fanden zahlreiche Gespräche statt. Ergebnis: Der VfL hat gar keine stark gestiegenen Energiekosten. Die Verbrauchsabrechnung für den Masurenweg habe ein Guthaben ausgewiesen und am Travestadion haben die Abrechnungen der Jahre 2012 bis 2014 Mehrkosten von insgesamt 140,92 Euro ergeben. Das Fazit ist klar: „Hier wird aus Sicht der Verwaltung kein Handlungsbedarf gesehen, die bisherigen Zuschüsse zu erhöhen.“

Dieter Thom: „Eine Ablehnung der Erhöhung, das würde uns zwar schmerzen, aber das könnte ich noch nachvollziehen.“ Aber die Verwaltung geht in der Sitzungsvorlage noch einen Schritt weiter. „Aus den vorliegenden Bilanzunterlagen zieht die Verwaltung die Schlussfolgerung, dass es aufgrund der vorhandenen Eigenmittel gemäß der Rahmenrichtlinie zur Gewährung von Zuwendungen keiner Bezuschussung des Vereins bedarf.“ Im Klartext: Der Verein hat genug Geld auf der hohen Kante, der braucht keine städtischen Zuschüsse.

Diese Auffassung hält Vorstandsmitglied Thom für einen Irrglauben: „Wir sind groß, aber viele Mitglieder zu haben bedeutet auch, hohe Ausgaben zu haben.“ Er hält es für gerechtfertigt, dass ein Verein über 100 Euro Reserve pro Mitglied verfügt. „Wir müssen ja auch immer mal teure Sportgeräte anschaffen“, argumentiert Thom: „Hürden, Speere, Matten – selbst wenn das mal keine Riesenbeträge sind, viele kleine Summen ergeben auch einen großen Haufen.“ Mit seinen 17 Sparten biete der Verein eine große Bandbreite an. Noch gut ist in Erinnerung, wie der Verein tief in die Schulden rutschte und fast pleite war, weil die Fußballsparte aus dem Ruder gelaufen war. Die Zeiten sind vorbei. Mittlerweile verfügt der Verein über ein Guthaben im sechsstelligen Bereich. Doch darüber will Thom nicht reden: „Wir sind der Meinung, das geht niemanden was an.“ Entsprechend habe der Verein der Stadt auch keine Auskunft über seine liquiden Mittel gegeben. Thom: „Es muss auch so gehen.“ Die Stadtverwaltung sieht das anders. Entscheiden müssen aber die Ausschussmitglieder.

Ein Verweigerung des Zuschusses hätte für den Verein ernste Folgen. Dieter Thom: „Ein bis zwei Jahre können wir das Abfedern, aber es wird der Tag kommen, wo wir Konsequenzen ziehen müssen.“ Das könne bedeuten, dass sich der VfL von bestimmten Sportarten oder der Talentförderung verabschieden müsse.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen