3. Liga : Keine Zeit für Experimente beim VfB Lübeck

Elsamed Ramaj (am Ball) dürfte nach seinem Schlüsselbeinbruch am Sonntag sein Comeback feiern. Mit dem VfB Lübeck ist der Angreifer beim FSV Zwickau zu Gast.
Elsamed Ramaj (am Ball) dürfte nach seinem Schlüsselbeinbruch am Sonntag sein Comeback feiern. Mit dem VfB Lübeck ist der Angreifer beim FSV Zwickau zu Gast.

VfB-Trainer Rolf Landerl setzt nach kurzer Winterpause im Drittliga-Kellerduell am Sonntag in Zwickau auf Altbewährtes.

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08. Januar 2021, 17:37 Uhr

Lübeck | Zum ersten Drittligaspiel nach der Winterpause müssen die Fußballer des VfB Lübeck am Sonntag beim FSV Zwickau ran. Um 14 Uhr kommt es in der GGZ Arena zum Kellerduell zwischen dem gastgebenden Tabellen-18. (15 Punkte) und den einen Rang besser platzierten Lübeckern (16). Für Florian Riedel wird es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Der 30-Jährige wurde in Werdau geboren und spielte in der Jugend für die Zwickauer, ehe er ins Nachwuchsleistungszentrum von Hertha BSC wechselte. „Ein Teil meiner Familie lebt noch dort, ich hätte mich natürlich gefreut, wenn meine Eltern im Stadion hätten sein können. Das wäre etwas besonderes gewesen – so ist es doch eher ein normales Drittligaspiel für mich“, sagt der Abwehrspieler des VfB.

VfB unter Zugzwang

Ein ganz normales Spiel ist es dann aber auch nicht – weder für Riedel, noch für den VfB, der bei einer Niederlage einen weiteren Platz in der Tabelle abrutschen würde. Zudem hat der FSV noch zwei Spiele mehr auszutragen, als der Aufsteiger aus der Hansestadt, der unter Zugzwang geraten ist nach fünf sieglosen Partien in Folge. Ein Auftakterfolg wäre also nicht nur für das Tabellenbild gut, sondern auch für das Selbstvertrauen der Grün-Weißen.

Die Lübecker stellen sich auf eine umkämpfte Partie ein – und auf einen Gegner, der mit einer „riesen Mentalität“ zu Werke gehe und nicht immer schönen Fußball praktiziere, um erfolgreich zu sein, wie VfB-Coach Rolf Landerl betont.

Aufsteiger muss effizienter werden

Der Österreicher hatte mit seinem Trainerstab die Winterpause genutzt, um den bisherigen Saisonverlauf zu beleuchten. Wichtigste Erkenntnis der sportlichen Analyse: „Wir haben zu wenig Punkte auf dem Konto und müssen vor dem gegnerischen Tor effizienter werden“, sagt Landerl, der kaum Zeit hatte, während der kurzen Vorbereitung Defizite aufzuarbeiten. „Wir haben an unseren Prinzipien gefeilt, es ging also eher darum, an kleineren Stellschrauben zu drehen, die hoffentlich größere Auswirkungen haben.“

Landerl hält an seinem Stil fest

Am eigenen Stil will der 45-Jährige festhalten, auch wenn bislang erst 16 Punkte auf dem Konto stehen und die Platzverhältnisse in den Wintermonaten nicht immer ein gepflegtes Kombinationsspiel zulassen. Es sei schwierig, einer Mannschaft, mit der man längere Zeit das Fußballspielen trainiert habe, zu vermitteln, die Art und Weise zu ändern und plötzlich mit langen Bällen zu agieren. „Außerdem haben wir auch gesehen, wenn wir in Schlussphasen diesen Hauruckstil praktiziert haben, dass dabei wenig herausgekommen ist.“

Ramaj vor seinem Comeback

Weil in der Kürze der Zeit Testspiele nicht möglich waren, dürfte der VfB-Coach in Zwickau auch personell keine großen Veränderungen vornehmen, sondern auf Altbewährtes setzen. Immerhin aber hat der 45-Jährige zumindest eine Alternative mehr, als noch gegen Ende des vergangenen Jahres: Elsamed Ramaj steht nach seinem Schlüsselbeinbruch zu Saisonbeginn wieder voll im Saft. „Er hat sich in den letzten zwei Wochen in einem sehr guten Zustand präsentiert und ist für das Spiel am Sonntag eine Option“, sagt Landerl über den quirligen Angreifer.

Boland-Einsatz unwahrscheinlich

Ob Mirko Boland nach seinem Muskelfaserriss dabei sein kann, ist derweil fraglich. Weil im Januar noch zwei englische Wochen anstehen, dürfte Landerl eher kein Risiko eingehen und zum Auftakt auf den Routinier verzichten.

Infos zum Spiel

FSV Zwickau – VfB Lübeck

Anstoß: Sonntag, 14 Uhr, GGZ Arena (Zwickau). – TV/Streaming: Magenta Sport. – Es fehlen: Hobsch (Covid-19), Hertner, Kircher (muskuläre Probleme), Rüdiger (Kreuzbandriss). – Fraglich: Boland (Trainingsrückstand). – Voraussichtliche Aufstellung: Raeder – Riedel, Grupe, Okungbowa – Zehir, Mende, Thiel – Steinwender, Deichmann – Benyamina, Ramaj.

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