Bad Oldesloe : Keine Rettung für die Lethgau-Stele

Noch ragt sie aus den Trümmern heraus.
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Noch ragt sie aus den Trümmern heraus.

Das Kunstwerk auf Oldesloer Postgelände wird ein Opfer des Betonschredders.

Andreas Olbertz. von
23. Juli 2015, 06:00 Uhr

Die Würfel sind gefallen, aber die Stele steht noch. Bis Ende vergangener Woche hätte Künstler Erich Lethgau Zeit gehabt, seine Stele auf dem Postgelände abzubauen. Die Frist ist verstrichen. „Der Rückbau wird somit in Kürze erfolgen“, kündigt Laura Raasch, vom Investor List AG, der dort einen Supermarkt bauen will, an. In den zurückliegenden Tagen hatte der Künstler aus Stubben versucht, einen Weg zur Rettung des Kunstwerks zu finden. Er hatte Hoffnungen auf eine Stiftung gesetzt, doch die haben sich zerschlagen. „An sich ist das ein Schnäppchen“, bedauert Erich Lethgau, „aber das kapiert ja keiner.“ Die im Raum stehende Summe von 60  000 Euro für eine Umlagerung der beiden Betonsäulen hält er für „eine politische Geschichte“. Lethgau: „Zwei Mann eine Woche plus Kran und Tieflader. Da sollten 10  000 Euro reichen. Es fehlt der Wille. Das ist ein Armutszeugnis.“ Mit einem Dringlichkeitsantrag hätten die Stadtverordneten das Kunstwerk retten können. Es kam keiner.

Dabei schien das Objekt ja fast schon gerettet. Mit dem vorherigen Investor gab es eine Vereinbarung, dass er die Kosten übernimmt. Mit Tassilo von Bary hatte Erich Lethgau ein Gespräch, ob die Stele nicht etwa auf den Bahnhofvorplatz könne. „Aber wenn der Bürgermeister sich nicht erinnert    …“, bedauert der Künstler. Beim Wechsel des Investors war die Absprache bezüglich des Kunstwerks vergessen worden. Juristisch gibt es jedenfalls keine Handhabe.

Erich Lethgau hat weiterhin das Urheberrecht. Das nützt immer allerdings wenig, da er weder Geld noch Platz für sein Werk hat. Wenn sich ein Interessent fände, könnte der die Stele nur mit Lethgaus Zustimmung bekommen. „Ich würde mittlerweile zu fast allem ja sagen“, kündigt er an, doch mangels Nachfragen ist das hypothetisch. Das weiß auch Lethgau: „Ich habe mich schon von der Stele getrennt.“

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