Keine Erdgasbusse – Grüne verärgert

Der Oldesloer Bauausschuss sprach sich mehrheitlich gegen Erdgasbusse – wie hier bei den SWN in Neumünster zu sehen – aus.
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Der Oldesloer Bauausschuss sprach sich mehrheitlich gegen Erdgasbusse – wie hier bei den SWN in Neumünster zu sehen – aus.

Andreas Olbertz. von
13. Juli 2018, 13:25 Uhr

Die Oldesloer Grünen reagieren enttäuscht auf die jüngste Abstimmung im Bauausschuss zum ÖPNV. Obwohl alle Ortsparteien zum Öffentlichen Nahverkehr jeweils ihre eigenen Wünsche einbringen konnten – für die Grünen seien das Erdgasbusse gewesen – scherte Anita Klahn (FDP) aus und beantragte, dass der Punkt zu den alternativen Antrieben gestrichen wird. Die Mehrheit des Ausschusses folgte ihr.

„Ich finde es schon merkwürdig, wenn eine Landtagsabgeordnete der Jamaika-Koalition, die in ihrem Regierungsvertrag die Förderung alternativer Antriebe extra festgeschrieben hat, hier vor Ort völlig entgegengesetzt agiert“, so der grüne Fraktionsvorsitzende, Wilfried Janson. Im Koalitionsabkommen steht: „Neuen Mobilitätskonzepten und der Elektromobilität stehen wir sehr aufgeschlossen gegenüber“ und weiter „Wir werden uns dafür einsetzen, dass in Schleswig-Holstein aus Bundes- und EU-Mitteln finanzierte Modellregionen für Elektromobilität und autonomes Fahren entstehen und ein Elektromobilitätskonzept für Schleswig-Holstein gemeinsam mit Automobilherstellern, Energieversorgern und interessierten Verbänden entwickeln.“ Erdgas wird da zwar nicht explizit erwähnt, aber so Ortsvorsitzender Hartmut Jokisch: „Das darf man nicht zu eng sehen, es geht um alternative Konzepte.“ Erdgas sei, das räumt er ein, zwar noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber „eine entscheidende und menschenfreundliche Brückentechnologie, weil keine Stickoxide ausgestoßen werden.“ Nach Aussage von Jokisch sollen Busse mit Hybrid-Antrieb teurer sein. „Und wir haben doch die Infrastruktur. So ein Erdgasbus wäre in fünf Minuten an unserer Tankstelle vollgetankt“, so Jokisch.

Für die Grünen steht das Abstimmungsverhalten von Anita Klahn vor Ort und laut Koalitionsvertrag in einem Widerspruch. „Da wäre doch die Metropolregion, zu der wir gehören, ideal als Modellregion, zumal der Hamburger Stadtverkehr schon die volle Umrüstung auf E-Busse für die nächsten Jahre plant“, findet der Grünen-Ortsvorsitzende.

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