Bad Oldesloe : Keine Einigung im Kurpark

Streitpunkt Kurparkstadion mit der Kneipe und den Umkleiden. Die Höhe der Betriebskosten ist weiterhin strittig.
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Streitpunkt Kurparkstadion mit der Kneipe und den Umkleiden. Die Höhe der Betriebskosten ist weiterhin strittig.

Der VfL verweigert Unterschrift unter den Vertrag mit Türkspor. Er stimmt nur einer Schlichtungsvereinbarung zu. Ein eventuelles Defizit soll die Stadt Bad Oldesloe übernehmen.

Andreas Olbertz. von
23. Januar 2015, 06:00 Uhr

Das ist ja ein toller „Kompromiss“: Der VfL darf das Kurparkstadion bis zum Saisonende weiter benutzen, zahlt aber nicht wie von Türkspor vorgerechnet 758 Euro Betriebskosten monatlich, sondern nur pauschal 590 Euro. Sollte sich bei der Endabrechnung herausstellen, dass die Summe nicht reichte, darf Türkspor bei der Stadt über die Differenz einen Zuschussantrag stellen, der dann von Verwaltung und Politik wohlwollend aufgenommen werde. So sieht der jetzt von Bürgerworthalter Rainer Fehrmann vermittelte „Kompromiss“ aus.

Die Stadt hatte nach der Auflösung des FFC das Kurparkstadion zur Verpachtung ausgeschrieben. Türkspor konnte mit einem Konzept überzeugen, bekam den Zuschlag und hat daraufhin die Betriebskosten für die Anlage ermittelt. Was dabei herauskam, gefiel den VfL-ern so gar nicht. Sie sollten plötzlich mehr als das doppelte bezahlen. Der VfL weigerte sich, Türkspor drohte damit, die rund 120 Kicker des größten Oldesloer Vereins auszusperren. Es entbrannte ein handfester Streit. Mehrfach wurden Ultimaten in letzter Minute verlängert (wir berichteten). Bürgerworthalter Rainer Fehrmann nahm sich der Angelegenheit an, um zu vermitteln. Die Mediation war jetzt quasi schon gescheitert, denn bis auf wenige Euro war am Wirtschaftsplan von Türkspor nichts auszusetzen. Türkspor verzichtete sogar auf Verwaltungsgebühren und Rücklagenbildung, es reichte nicht. Die VfL-Vertreter machten deutlich, dass die Vereinskasse auch die verbliebene Summe nicht hergebe. Das wäre es eigentlich gewesen, wenn Fehrmann den Zuschuss-Trick nicht aus dem Hut gezaubert hätte. Unter dieser Prämisse konnten beide Vereine – wenn auch jeweils zähneknirschend – zustimmen.

VfL-Vorsitzender Detlef Rädisch legt Wert auf die Feststellung, dass lediglich eine Schlichtungsvereinbarung unterschrieben wurde. „Wir haben kein Vertragsverhältnis mit Türkspor“, sagte er gestern: „Der Betrag ist nach wie vor außerhalb des finanziell tragbaren.“ Die Regelung diene nur dazu, den Trainings- und Spielbetrieb bis Ende Juni zu sichern. „Danach endet die Nutzung zu den diktierten Bedingungen endgültig. Die Fußballsparte hat angeboten, eine Sonderumlage aufzubringen, mit der die Hälfte der Summe, die wir an Türkspor zahlen müssen aufgebracht wird“, erläuterte Rädisch. Wie das konkret geschehen soll, stehe noch nicht fest.

Stadionmanager Gökhan Akdemir von Türkspor äußert sich deutlich gemäßigter: „Naja, es ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben, aber bis zum Ende der Saison können wir damit leben.“ Drei Punkte sind dem Vorstandsmitglied wichtig. „Die Kosten sind da und wir können nicht den VfL sponsern“, macht er deutlich. Das werde durch die Zuschuss-Vereinbarung geregelt. Akdemir weiter: „Unsere Kostenaufstellung ist Punkt für Punkt durchgegangen worden. Sie ist korrekt, es ist alles in Ordnung.“ Und als dritter Punkt: „Wir wollen Frieden auf der Anlage.“ Der Start, das räumt Akdemir ein, sei unglücklich gewesen: „Wir sind alle ins kalte Wasser geschmissen worden.“ Weder Türkspor noch VfL hätten gewusst, was auf sie zukomme. Das sei aber der kommenden Saison anders. „Jetzt kennt jeder die Kosten und kann sich entsprechend orientieren“, so Akdemir.

Für den VfL ist die Verwaltung in Form von Bürgermeister Tassilo von Bary schuld an der Situation. Es werde ein „auf Gewinn ausgerichtete Geschäftsmodell zu Lasten der Unternutzer“ zugelassen. Das sei „ungeheuerlich“. Im Kern geht es darum, dass Türkspor die Gaststätte im Stadion verpachte, diese Einnahmen aber nicht mit den Betriebskosten verrechne.

Den Verwaltungs-Chef lassen die Vorwürfe kalt. „Dann soll der VfL mal erklären, wo er mit seinen Pachteinnahmen aus der Gaststätte und der Wohnung im Travestadion bleibt. Obendrein bekommt er noch gut 12  000 Euro Zuschuss von der Stadt“, kontert von Bary. An der Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens habe er keine Zweifel, dass sei von Experten in der Verwaltung geprüft worden.

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