Ahrensburger Brandserie : Keine Bewährung für Brandstifter

Der zweite Brand in einer Nacht in Ahrensburg: Nachdem das Feuer in einer Gartenlaube gelöscht war, mussten die Einsatzkräfte zu einem brennenden Strohlager ausrücken.
Der zweite Brand in einer Nacht in Ahrensburg: Nachdem das Feuer in einer Gartenlaube gelöscht war, mussten die Einsatzkräfte zu einem brennenden Strohlager ausrücken.

Ab hinter Gitter: 20-jähriger Hamburger muss zwei Jahre ins Gefängnis, ein 17-Jähriger aus Ahrensburg erhielt 22 Monate Haft.

shz.de von
27. Juli 2015, 18:53 Uhr

Nach sechs Verhandlungstagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde das Urteil gegen zwei junge Brandstifter gesprochen. Das Jugendschöffengericht Ahrensburg befand einen 20-Jährigen aus Hamburg und einen 17-jährigen Ahrensburger für schuldig. Der Hamburger wurde wegen sechs Delikten, darunter vier Brandstiftungen, zu zwei Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurden damit eine versuchte Sachbeschädigung und ein Autodiebstahl geahndet.

Sein jüngerer Komplize erhielt ein Jahr und zehn Monate Haft. Neben einer Brandstiftung werden ihm fünf weitere Taten zur Last gelegt, ebenfalls Autodiebstahl, versuchte Sachbeschädigung, Fahren ohne Führerschein und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Zwei frühere Verurteilungen wurden in sein Strafmaß mit einbezogen. Allein durch die Taten dieses Duos soll ein Schaden von etwa 70 000 Euro entstanden sein.

Beide wurden nach der Urteilsverkündung wieder zurück ins Gefängnis gebracht. Der 20-Jährige bleibt in Untersuchungshaft, bis das Urteil rechtskräftig ist. Sein Mittäter verbüßt bereits eine Haftstrafe wegen anderer Delikte.

Das Gericht hatte die Öffentlichkeit von den Verhandlungen ausgeschlossen, da die Angeklagten unter 21, bzw unter 18 Jahre waren, unter das Jugendstrafrecht fallen. Sie sollten damit geschützt werden.

Der 17- und der 20-Jährige waren nach den Ermittlungen der Polizei von den Ahrensfelde Feuerwehrleuten angestiftet und angeheuert worden. Die Mitglieder der Ortswehr sollen zunächst selbst Strohballen entzündet. Weil sie schon unter Verdacht standen und vermutlich Angst hatten, dass man ihnen auf die Spur kommt, sollen sie die beiden mit weiteren Brandstiftungen beauftragt haben.

Der Prozess gegen die vier Ahrensfelder soll am 22. September beginnen. Als Motiv vermutet Polizei Geltungssucht. Die jungen Feuerwehrleute erschienen stets sehr früh am Brandort und wollten so offensichtlich die Anerkennung ihrer Kameraden gewinnen.

In dem Jahr zwischen Oktober 2013 und Oktober 2014 waren in Stormarn immer wieder Strohlager in Flammen aufgegangen. Die Polizei hatte eigens eine Ermittlungsgruppe gebildet, die sich ausschließlich mit der Brandserie in Stormarn und zum Teil auch Lauenburg befasste. Die vier Feuerwehrleute der Ahrensfelder Ortswehr wurden im Dezember wurden schließlich festgenommen. Sie gestanden danach neun eigene Brandstiftungen sowie die Aufträge für weitere Feuer an die jetzt Verurteilten. In dem Verfahren hatten sie als Zeugen vor Gericht ausgesagt.

Vor einigen Wochen wurde ein weiterer Feuerwehrmann festgenommen, diesmal in Hammoor. Er war bei einer Brandstiftung beobachtet worden und konnte durch weitere Spuren noch in der Tatnacht überführt werden. Auch er hat sechs weitere Brandstiftungen in seiner Gemeinde gestanden und sitzt jetzt in Haft.

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