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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:06 Uhr

Bad Oldesloe : Kein Zuschuss für den VfL

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Bürgermeister spricht von „hohen liquiden Mitteln“, da hat der Oldesloer Sozialausschuss es fast einstimmig abgelehnt, 15 000 Euro Zuschuss frei zu geben.

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erstellt am 15.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Das war kurz und eindeutig. Bei nur einer Gegenstimme von der FBO ist der Zuschussantrag des VfL Oldesloe im Sozialausschuss ohne große Diskussion abgelehnt worden.

Die Ausgangslage war klar: Im August 2014 hatte der VfL Oldesloe einen Antrag auf Erhöhung der jährlichen Zuschüsse gestellt. Seit ewigen Zeiten erhält der Sportverein gut 12  700 Euro Zuschuss für das Travestadion und 2500 Euro Energiekostenzuschuss für den Sportplatz Masurenweg. Die Argumentation des damaligen Vorsitzenden Detlef Rädisch war sinngemäß: Ihr wisst alle, dass die Energiekosten deutlich steigen, das trifft auch den VfL, deshalb brauchen wir mehr Geld. Eine genaue Prüfung ergab dann aber, dass der Verein gar keine gestiegenen Kosten hat. Für das Travestadion kam ein Guthaben heraus und für den Masurenweg in drei Jahren eine Nachzahlung von schlappen 140 Euro. Dass sich damit keine Zuschusserhöhung begründen lässt, sieht mittlerweile auch der VfL-Vorstand ein.

Im Zuge der Prüfung kam dann aber auch heraus, dass der VfL die Voraussetzungen für eine Förderung nicht erfüllt. Damit stand der Zuschuss komplett auf der Kippe. Weil „das Guthaben des Vereins nach den vorliegenden Unterlagen ausreichend ist, um bestehende Verbindlichkeiten selbstständig begleichen zu können“. Da es in der Förderrichtlinie der Stadt aber einen Passus gibt, dass keine Rücklagen gebildet werden dürfen, lautete die klare Empfehlung der Verwaltung: „Keine Auszahlung.“

„Wir sind ja für Sportförderung“, sagte Gudrun Möllnitz (CDU): „Aber die Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Da müssen wir alle gleich behandeln.“ Sie schlug als Kompromiss vor, das Geld solange nicht auszuzahlen, bis alle geforderten Nachweise des Vereins vorlägen und das Rechnungsprüfungsamt sein Okay gegeben habe. Möllnitz: „Für mich ist das Rechnungsprüfungsamt die höchste Instanz in der Stadt.“ Der Vorschlag hatte sich deshalb erledigt.

Fachbereichsleiter Thomas Sobczak beeilte sich klarzustellen: „Wir benötigen keine weiteren Unterlagen. Unser Eindruck ist, dass da Vermögen ist.“ Bürgermeister Tassilo von Bary sprach von „hohen liquiden Mitteln“. Er machte sogar Andeutungen, dass der Verein wegen seiner Rücklagen mit dem Vereinsrecht in Konflikt geraten sein könnte. „Das Ziel muss doch sein, einen einheitlichen Vertrag zu bekommen“, sagte Hajo Krage (SPD). Seit Jahren fordert das die Politik von der Verwaltung: Ein einheitlicher Pachtvertrag für die Oldesloer Sportvereine. Der ist die Voraussetzung für eine Gleichbehandlung der Vereine. Dazu ist es bislang nicht gekommen. Der Vertragsentwurf soll jetzt kurz vor der Abstimmung mit den Vereinen stehen.

Alle Fraktionen waren sich einig, dass es unter diesen Voraussetzungen momentan nichts zu fördern gibt. Lediglich Marion Ludwig stellte im Namen der FBO den Antrag, zwar auf eine Erhöhung des Zuschusses zu verzichten, aber den Ursprungsbetrag von gut 15  000 Euro frei zu geben.

Dieter Thom, einer der stellvertretenden Vorsitzenden des VfL Oldesloe, verwies während der Sitzung des Sozialausschusses lediglich auf einen Beschluss aus dem Jahr 1997. Damals sei dem Verein ein pauschaler, jährlicher Zuschuss von 25  000 Euro bewilligt worden. „Wenn da steht ‚jährlich‘“, so Thom, „sind wir davon ausgegangen dass das auch jährlich heißt“.

Bürgermeister Tassilo von Bary kündigte unterdessen an, zeitnah nach seinem Urlaub erneut ein Gespräch mit dem VfL führen zu wollen. Vielleicht sieht die Förderwelt danach ja ganz anders aus.

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