zur Navigation springen

Ahrensburger Rathaus : Kein Veto zum Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kultusministerin Anke Spoorendonk macht den Weg frei zum Eintrag des Ahrensburger Rathauses ins Denkmalbuch. Sie sieht keine Veranlassung, dem den fachlich begründeten Antrag zu widersprechen.

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 06:00 Uhr

„Es gibt keinen Denkmalschutz light“, stellte Kultusministerium Anke Spoorendonk in Ahrensburg klar. Auf Bitten der Stadt hatte sie das Rathaus noch mal persönlich in Augenschein genommen und sich angehört, was die Vorsitzenden der Fraktionen zu sagen hatten. Am Ende stand allerdings das erwartete Ergebnis: Denkmalschutz für das Rathaus wird kommen.

Die Stadtverordnetenversammlung am Montag will Anke Spoorendonk noch abwarten. Damit ist das mehrfach verlängerte Anhörungsverfahren aber auch abgeschlossen.

Im Marstall stehen der Antrag der SPD, dass die Stadt selbst die Eintragung beantragen soll, und der Antrag der CDU zur Abstimmung, die einen Appell der Stadtverordneten an die Ministerin möchte, ihr Veto gegen eine Unterschutzstellung einzulegen.

„Ich gehe von sachlichen und fachlichen Informationen aus. Wenn alles für Denkmalschutz spricht, kann ich das nicht aus sachfremden Überlegungen infrage stellen“, sagte Anke Spoorendonk im anschließenden Pressegespräch. Sie warb dafür, den Denkmalschutz als Chance zu sehen, was Bürgermeister Michael Sarach unterstützte, der auf die gute Zusammenarbeit mit der Denkmalpflegebehörde verwies.

CDU-Fraktionschef Tobias Koch stellte die nicht infrage, zog aber den gegenteiligen Schluss: „Das Beispiel der Brandschutztreppe zeigt, dass es auch ohne Denkmalschutz geht.“ Die Christdemokraten warben bei der Ministerin und Astrid Hansen vom Landesamt um „niedrigschwellige Lösungen“ wie eine Selbstverpflichtung der Stadt, „so dass die Verantwortlichen vor Ort die Entscheidungen treffen können“, so Tobias Koch: „Es ist ein großer Unterschied, ob man sich beraten lässt oder ob man eine Genehmigung benötigt.“

Ohne Eintragung keine Beratung, machte Astrid Hansen klar: „Wir sind keine Bauberatungsbehörde, sondern haben den Gesetzesauftrag, Kulturgut zu schützen. Sie können sich selbst zu etwas verpflichten, aber das ändert nichts am Verfahren.“ Und die Kultusministerin legte noch nach: „Denkmalpflege ist keine Angelegenheit der kommunalen Selbstverwaltung“. Es gehe darum, über Legislaturperioden hinaus für kommende Generation zu denken.

Das ist allerdings genau das, was die Gegner befürchten. Langfristig könnte der Denkmalschutz die Entwicklung Ahrensburgs stark einschränken, weil nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch das Umfeld als schützenswert eingestuft werden. Wenn die Stadtverordneten nicht den Denkmalschutz-Antrag, sondern den Appell beschließen, die Ministerin von ihrem Veto aber keinen Gebrauch macht, bliebe nur noch eine Klage der Stadt, Das schlossen aber sowohl Koch als auch Thomas Bellizzi (FDP) aus.

„Den Besuch der Ministerin hätte man sich schenken können“, sagte Bellizzi nach dem Gespräch. Zu einem anderen Ergebnis kam Monja Löwer von den Grünen: „Wir hatten auch die Befürchtung, dass uns mit dem Denkmalschutz etwas oktroyiert werden soll. Diese Sorgen habe ich nach dem Gespräch nicht mehr.“

 

.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen