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Bad Oldesloe : Kein Personal – Intensivstation zu

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Urlaub und Grippewelle schlagen zu, da musste die Oldesloer Asklepios Klinik Patienten vorsichtshalber verlegen und die Intensivstation über das Wochenende schließen.

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erstellt am 24.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Das klingt für den Laien doch ziemlich bedrohlich: Die Oldesloer Asklepios Klinik hatte über das Wochenende die Intensivstation geschlossen und die Patienten am Freitag zum Teil mit Rettungshubschraubern auf andere Kliniken verteilt.

Von den sieben Intensivbetten des Oldesloer Krankenhauses waren drei belegt. Urlaubszeit und „ein grippebedingter, außergewöhnlich hoher Krankenstand des Fachpersonals“, so Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz, ließen bei der Pflegedienstleitung plötzlich alle Alarmglocken schrillen. Da die Hälfte des medizinisch hochqualifizierten Personals nicht verfügbar war, hätte die Nachtschicht nicht adäquat besetzt werden können. Deshalb habe die Klinikleitung rechtzeitig beschlossen, die Patienten nicht zu gefährden. Eine vorübergehende Schließung der Station und eine Verlegung der Patienten hatte sich nicht vermeiden lassen. Mathias Eberenz: „Eine kurzfristige Lösung ließ sich trotz aller Bemühungen nicht organisieren.“

Intensivpersonal ist bundesweit rar. Der Job ist stressig, die Anforderungen, grade bei der Bedienung der High-Tech-Geräte, sind hoch und das Team sollte eingespielt sein, wenn es um Leben und Tod geht – da lässt sich eine Schichtbesetzung nicht mal eben für ein Wochenende bei einer Zeitarbeitsfirma anfordern. Angesichts des Kostendrucks unter dem Krankenhäuser stünden, sei die Personalausstattung „auf Kante genäht“, Kliniken könnten es sich nicht mehr leisten, Reserven vorzuhalten.

„Es ist gar nicht so selten, dass eine Intensivstation gesperrt ist“, erklärt Christian Oehme, Sprecher des Rettungsdienst-Verbunds. Das habe aber in der Regel weniger mit Personalknappheit zu tun. „Häufig sind sie schlicht voll bis unters Dach“, so Oehme. Um Probleme für die Patienten zu vermeiden, werde vor der Abfahrt beispielsweise von Unglücksstellen, über die Leitstelle angefragt. Oehme: „Dann suchen wir ein Bett in einem Krankenhaus. Es hilft dem Patienten nicht, wenn er in der nächstgelegenen Klinik auf dem Flur steht.“ Deshalb sei oftmals der weitere Weg nach Hamburg oder Lübeck die bessere Wahl.

Ganz allgemein und ohne mit dem Finger speziell auf den Asklepios Konzern zeigen zu wollen, kritisiert Verdi-Gewerkschaftssekretärin Imke Wriedt die dünnen Personaldecken: „Unser Nachtdienst-Check kürzlich war schon gruselig. In der Krankenpflege gibt es leider keine verbindliche Richtschnur.“

Gestern konnte auf der Intensivstation wieder normal gearbeitet werden. Patienten, die in der Klinik operiert worden waren, wurde dort anschließend versorgt.

 

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