Kein neuer fünfter Jahrgang für Krempe

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14. Mai 2013, 03:59 Uhr

krempe | Nachdem der Schulverband Krempermarsch angekündigt hat, für den Erhalt der Gemeinschaftsschule Krempe zu kämpfen (wir berichteten), bekommt er nun Dämpfer aus Kiel und aus dem Kreis Schulamt. "Es wird keinen fünften Jahrgang mehr geben. Der Schulbetrieb läuft über einen Zeitraum von fünf Jahren aus", machte Gisela Zimmermann, Schulrätin des Kreises Steinburg deutlich. Die Schule sei 2009 nur vorbehaltlich genehmigt worden, weil die erforderliche Mindestzahl von 60 Fünftklässlern an der Gemeinschaftsschule nie erreicht worden sei. "Es gab immer noch die Hoffnung, dass die Schülerzahl noch erreicht wird, aber das war nie der Fall."

Dieses Schuljahr war die Gemeinschaftsschule zum ersten Mal einzügig im fünften Jahrgang. 24 Anmeldungen liegen für das kommende Schuljahr vor - nicht genug. "Die augenblickliche Handhabung in Kiel ist es, für ein Jahr einen einzügigen Jahrgang zu genehmigen. Das ist das Signal für den Schulträger, dass sich was ändern muss." Passiert nichts und fehlt es schlichtweg weiterhin an Schülern, ist Schluss - wie jetzt im Fall Krempe. Nun müsse sich der Schulträger Gedanken über die Schülerbeförderung machen. Dass die Kinder nirgends unterkommen, darüber müssen sich die Eltern laut Zimmermann keine Gedanken machen. "Wir haben genügend Kapazitäten an Schulen in Glückstadt, Horst und Itzehoe."

Es ist die erste Gemeinschaftsschule im Kreis Steinburg, die ausläuft - und es wird mit aller Wahrscheinlichkeit nicht die letzte gewesen sein. Gisela Zimmermann: "Woher sollen die Schüler kommen? Die Schülerzahlen sind hier im Kreis am stärksten rückläufig in ganz Schleswig-Holstein." An den Grundschulen sei das seit Jahren der Fall. "Jetzt erreicht der demografische Wandel auch die weiterführenden Schulen."

Überraschend sei das kommende Ende der Gemeinschaftsschule Krempe nicht. Bereits im Oktober habe die Schulrätin mit dem Schulverband gesprochen. "Es ist ein Prozess, es gibt lange Beobachtungen der Entwicklung, bei denen man Erkenntnisse und besondere Gegebenheiten des Standorts berücksichtigt", erklärt Thomas Schunck, Pressesprecher des Kieler Bildungsministeriums. In Krempe hätten bereits vergangenes Jahr nur 29 Anmeldungen vorgelegen. Ein sofortiger Handlungsbedarf sei damals schon gegeben gewesen. Vereinbart wurde in dem Gespräch, dass Möglichkeiten zur organisatorischen Verbindung mit anderen Schulen ausgelotet werden sollen, so dass die Gemeinschaftsschule Krempe als Zweigstelle einer anderen Schule eventuell weiterhin bestehen könnte. Einen Kooperationspartner hat der Schulträger nicht gefunden, sondern alle Hoffnung auf dieses Jahr gesetzt. "Der Schulträger wollte die Anmeldungen dieses Jahr abwarten", so Schunck.

Genützt hat es nichts. Im April erreichte den Schulverband die Nachricht vom Auslaufen des Schulbetriebs an der Gemeinschaftsschule. Schunck: "Das ist eine Qualitätsüberlegung. Wenn wieder so ein kleiner Jahrgang entsteht, geht das zu Lasten der Schüler. Ab dem siebten Jahrgang ist die Schwerpunktbildung im Unterricht dann nicht mehr möglich."

Für Verwirrung sorgte die Aussage der Schulrätin, dass bei ausreichend Schülerzahlen die Gemeinschaftsschule wieder einen fünften Jahrgang aufnehmen könne. "Das wird heute als Versprechen gewertet", so Schunck. "Sie hat aber auch gesagt, dass es dazu der Zustimmung des Ministeriums erfordert." Die gab es nicht und damit auch keinen neuen fünften Jahrgang mehr.

Der Schulverband möchte morgen um 19.30 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung in der Schulmensa der Gemeinschaftsschule über die aktuelle Situation informieren. Eingeladen sind auch die Schulrätin sowie die Landtagsabgeordneten des Kreises.

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