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Bad Oldesloe : Kein Geld von der Stadt für St. Jürgen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ohne konkreten Plan wollen die Stadtverordneten kein Geld in den möglichen Ankauf von St. Jürgen investieren. Bis ein Konzept vorliegt, könnte es zu spät und die Stiftung pleite sein.

Das war’s dann wohl mit St. Jürgen. Am späten Montagabend war klar: Die Stiftung wird von der Stadt kein Geld bekommen. So haben es die Stadtverordneten mit großer Mehrheit beschlossen.

Bekanntlich steckt die St-Jürgen-Stiftung in extremen finanziellen Problemen. Seit Jahren verursacht das Heim am Kirchberg Verluste, die größer sind als die Erträge, die die Stiftung mit ihrem großen Grundstücksbesitz erwirtschaftet. Deshalb hatte der Stiftungsvorstand Verkaufsverhandlungen geführt. Doch die sind bislang alle gescheitert.

Obendrein gibt es dermaßen schwerwiegende Brandschutzauflagen, dass alles auf eine Schließung des Heims hinausläuft. In der Stadtverordnetenversammlung konnte Bürgermeister Tassilo von Bary noch nicht sagen, ob die Untersagung des Betriebs in zwei Wochen oder drei Monaten erfolge. „Die hatten heute ihre Anhörung. Da gab es nichts Neues“, erklärte der Verwaltungs-Chef gestern. Heimleiter Harald Krüchten sieht offenbar am Kirchberg keine Zukunft mehr. Er hat sich bereits einen neuen Job gesucht.

„Die Stiftung muss jetzt den Weg alles irdischen gehen“, sagt SPD-Finanzexperte Björn Wahnfried: „Der Vorstand steht vor einem Scherbenhaufen. Dabei hätten wir schon viel weiter sein können.“ Auf Antrag der SPD soll das jetzt nachgeholt werden, was schon längst hätte geschehen können: Die Suche nach Alternativen. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, denkbare Nutzungszwecke darzulegen, einen angemessenen Kaufpreis zu ermitteln und zu prüfen, ob eine Überlassung an Dritte möglich ist.

Wilfried Janson, Fraktions-Chef der Grünen: „Wir sind doch nicht der gute Helfer, der das, was da in den Dreck gefahren wurde, wieder frei schaufelt. Es ist nicht sinnvoll, einfach mal so über 400  000 Euro zu entscheiden.“ Die Summe stand als sofort zu zahlender Vorschuss im Raum. Als Kaufpreis schweben der Stiftung 2,9 bis 3,3 Millionen Euro vor. Janson: „Das ist mit Abstand zu hoch. Die Zahl orientiert sich wohl eher am Bedarf der Stiftung. Das ist am Markt nicht zu erzielen.“

Einen Betrag in der Größenordnung im Haushalt bereit zu stellen, würde mindestens zwei Monate dauern. Und das sei „ein sehr harter Ritt“, so Bürgermeister von Bary.

Die CDU ist dagegen, dass die Stadt Häuser kauft. „Aber St. Jürgen ist ein Sonderfall“, so Birgit Reichardt-Mewes: „Da kann es nicht schaden, sich vorher schlau zu machen, falls eventuell über die Ausübung des Vorkaufsrechts entschieden werden muss.“ Dem SPD-Antrag mochten die Christdemokraten dann aber doch nicht zustimmen und enthielten sich.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 29.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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