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Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 06:11 Uhr

Bad Oldesloe : Kein Geld für Waldorf-Neubau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Mehrheit im Oldesloer Bauausschuss lehnt es ab, Haushaltsmittel für den Kindergarten bereit zu stellen.

Mitarbeiter, Eltern und Unterstützer des Waldorfkindergartens im Rümpeler Weg waren erstaunt, als sie einen Blick in die Haushaltsplanungen der Stadt Bad Oldesloe warfen: Während für dieses Jahr noch Planungskosten für den angedachten Neubau eingestellt waren, wäre es nur logisch, 2018 Gelder für den Bau bereit zu stellen. Doch der Ansatz betrug null Euro. „Wir fragen uns jetzt, was das bedeutet und würden gerne wissen, wie es dazu kommt“, fragte Sonja Mahr stellvertretend für zahlreiche anwesende Waldorf-Unterstützer im Bau- und Planungsausschuss.

„Es gibt unterschiedliche Varianten, wie so ein Bau aussehen könnte oder wie er finanziert wird. Darüber gibt es noch keinen politischen Beschluss, daher sind da auch keine Gelder eingestellt“, erklärte Bauamtsleiter Thilo Scheuber. „Ich kann Sie aber absolut verstehen. Der Waldorfkindergarten hat die Informationen zur Verfügung gestellt und das gemacht, was wir erwartet haben. Nun ist tatsächlich die Stadt am Zug“, so Scheuber.

„Für uns ist es eine Hängepartie. Wir müssen planen. Gerade was ein Gebäude angeht. Es gab Begehungen, der Zustand ist bekannt. Wenn es dann erst 2019 oder 2020 losgeht, wäre das zu spät. Ich kann heute sagen, dass wir aus unserer Sicht nicht mit so einer Hängepartie bis 2021 weitermachen können“, sagte Mahr.

Sie habe es so verstanden, dass ja eigentlich schon beschlossen worden sei, dass es einen städtisch finanzierten Neubau geben solle – Baubeginn 2018, spätestens 2019. Die Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) bestätigte diese Einschätzung, grundsätzlicher Zustimmung aller Parteien „ Ich sehe das auch so, dass es da deutlich signalisierte Unterstützung gab“, so die Ausschussvorsitzende. Sie brachte zwei Millionen Euro für einen Neubau ins Gespräch. Ihr Antrag blieb zwar ohne konkrete Summe, die müsse von der Verwaltung ermittelt werden, sollte aber sicherstellen, dass Mittel für den Bau bereitgestellt werden. „Das machen wir, um dem Waldorfkindergarten zu signalisieren, dass unsere Unterstützung sicher ist, dass es 2018 losgehen soll“, erklärte Herrmann. Es sei eine schriftliche Fixierung und kein bloßes Lippenbekenntnis.

Auf Nachfrage wollte Scheuber sich auf keine bestimmte Summe festlegen: „Ich sage jetzt bestimmt nicht, dass das Projekt zwei Millionen kosten wird, denn darauf nageln Sie mich dann hier das nächste Mal fest.“

„Das können wir dem Steuerzahler nicht verkaufen, dass wir irgendeine Zahl eintragen“, beschwerte sich Matthias Rohde (FBO): „Ohne Beratung einfach zwei Millionen vergeben? Wir wollen das alles in der Fraktion beraten und auch die Varianten erst besprechen.“

Mathias Nordmann (CDU) pflichtete ihm bei: „Auch von unserer Seite heißt es nicht, dass wir einen Neubau für nicht notwendig halten oder gegen den Waldorfkindergarten sind. Wir wollen aber konkrete Planungen kennen.“ Wilfried Janson von den Grünen entgegnete: „Wir wünschen uns ein Bekenntnis zum Waldorfkindergarten. Dass ein Neubau sein muss, ist bekannt, der kostet dann halt Geld, daher könnten wir damit leben, da erstmal zwei Millionen einzutragen – als Zeichen, dass es losgehen soll.“

Deshalb fiel der SPD Antrag durch. Nur Sozialdemokraten und Grüne stimmten für das Einplanen von Haushaltsmitteln. CDU und FBO sprachen sich dagegen aus.


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