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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 21:39 Uhr

Bad Oldesloe : Kein Geld für Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Feier aus Anlass der 20-jährigen Städtepartnerschaft mit Olivet und Kolberg steht vor dem Aus. Der Hauptausschuss bewilligte keine Mittel.

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erstellt am 18.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Da wurden die Gesichter von Sylviane Wendt und Hildegard Pontow plötzlich ziemlich lang und kreidebleich. Die beiden ehrenamtlichen Beauftragten für die Städtepartnerschaften mit Olivet (Frankreich) und Kolberg (Polen) sehen die für nächstes Jahr geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten massiv gefährdet – bei den Haushaltsberatungen im Hauptausschuss gab es schlicht keine Mehrheit für ihren Antrag. Und ohne Geld kein Austausch.

Der Tagesordnungspunkt stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Aus Anlass der 20-jährigen Verschwisterung hatten die Mitglieder der beiden Freundeskreise ein Besuchsprogramm erarbeitet. Kostenpunkt: 35  000 Euro. „Das ist eine erkleckliche Summe“, fand Björn Wahnfried (SPD): „Wo ist das Konzept, die Planung?“ Das sei mit Tassilo von Bary und Dr. Sylvina Zander abgestimmt, erklärte Horst Möller in der Rolle als amtierender Bürgermeister: „Beide sind nicht da. Deshalb liegt nichts vor.“

Die beiden Beauftragten konnten einen kurzen Abriss liefern: Es sollen jeweils 80 Gäste eingeladen werden – hauptsächlich Mitglieder von Chören und einer Tanzgruppe. Neben einem gemeinsamen Konzert ist ein Festabend mit Essen geplant, ein Ausflug. Für einen Teil der Besucher, sollen die Reisekosten übernommen werden, und weil so viele vermutlich nicht privat untergebracht werden können, sollen die Jugendlichen in der Jugendherberge schlafen. „Deutsche, Franzosen und Polen haben viel Krieg gegeneinander geführt. Wenn die jetzt gemeinsam singen, ist das für mich eine ganz ergreifende Botschaft“, sagte Sylviane Wendt vom Olivet-Kreis.

„35  000 Euro ohne was gesehen zu haben, ist Mist“, musste Horst Möller als Fraktions-Chef einräumen. Er plädierte für einen Sperrvermerk. „Dann kann man später vielleicht immer noch was machen“, so sein Einwand. Mit „machen“ meint er kürzen.

Ganz anders die Sichtweise bei SPD und Grünen. „Wir sehen einfach die Relation nicht“, erläuterte Hajo Krage (SPD): „Für das Stadtfest geben wir ‚nur‘ 10  000 Euro aus.“ Von Horst Janson (Grüne) kam der Einwand, dass entsprechende Feierlichkeiten mit Gästen aus der israelischen Partnerstadt Beer Yaacov lediglich 6000 Euro gekostet hätten. Das konnte Hildegard Pontow erklären. Aus Kolberg und Olivet kämen ungleich mehr Gäste – folglich sei der Aufwand auch größer.

Rot-Grün wollten 12  000 Euro bewilligen, die CDU die komplette Summe mit Sperrvermerk. Beide Anträge bekamen aber jeweils fünf Ja- und Nein-Stimmen – abgelehnt. Keine Mehrheit, kein Geld – „So lässt sich eine Städtepartnerschaft nicht leben. Der Chor muss doch wissen, was Sache ist und anfangen zu proben“, klagte Hildegard Pontow.

Die SPD kündigte an, ihren Antrag über 12  000 Euro zur Haushaltsklausur erneut zu stellen. Vielleicht gibt es dann ja eine Mehrheit.

 

 

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