zur Navigation springen

Diskussion in Reinfeld : Kaum Platz für die Jugend, aber es gibt einen Lichtblick

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Projekt Jugend“ wirbt um mehr Akzeptanz. Ein unabhängiger Jugendtreff im Alfapark wäre eine denkbare Lösung. Jugendliche sollen sich in Reinfeld willkommen und ernst genommen fühlen.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Mit einem provozierenden Plakat wirbt der Verein „Projekt Jugend“ für mehr Akzeptanz von Jugendlichen. „Erst das Bier weg, dann wir weg?“ fragen die Jugendlichen und spielen damit auf das neu eingeführte Alkoholverbot auf der Seepromenade an.

Ganz so drastisch sehen es dann aber auch die Jugendlichen nicht, denn sie wünschen sich trotz allem Gespräche zwischen Jung und Alt und wollen zu einer gemeinsamen Lösung kommen. Mehr als 30 Reinfelder zwischen 18 und 80 Jahren nahmen an einer Diskussionsrunde zum Thema „Jugend in Reinfeld - das kommt vor“ teil. Einige Anlieger beschrieben, dass sie sich durch die nächtlichen Ruhestörungen belästigt fühlten, einige Jüngere fühlten sich durch das Alkoholverbot kriminalisiert.

Diskutiert wurde darüber, welche Möglichkeiten und Standorte es für die Jugend in der Karpfenstadt gibt. Dabei wurde deutlich: Es gibt außer dem nur bis 18 Uhr geöffneten Jugendtreff in der Schule und dem Angebot der Kirchengemeinde ein Mal wöchentlich kaum weitere Angebote und Treffpunkte. Die wenigen seien zudem unattraktiv. Schnell führte die Diskussion dann auch zu dem Wunsch nach einem selbstverwalteten Jugendtreff mit neuen Angeboten und auch als Treffpunkt der jungen und älteren Generation.

Zur Finanzierung hatten die Teilnehmer sowohl die Forderung, einen Haushaltstitel im Stadtbudget schon für das kommende Jahr einzurichten, als auch die Idee, über eine große Zahl von Fördermitgliedern im Verein „Projekt Jugend “ eigenständig Mittel zu werben. Übereinstimmung gab es dazu, dass sich Jugendliche in Reinfeld willkommen fühlen sollen und ernst genommen werden müssen. Bei Problemen wie den Störungen am Herrenteich sollte zuerst das Gespräch gesucht werden.

Für die Umsetzung der Ideen gilt es jetzt, einen verbindlichen Zeitplan zwischen der Stadt und dem Verein Projekt Jugend abzustimmen. Der Runde Tisch Reinfelds Zukunft wertet die Ergebnisse der Diskussion jetzt aus und wird die erforderlichen nächsten Schritte einfordern.

Die Bemühungen um ein unabhängiges Jugendtreff in der Karpfenstadt schreiten unterdessen voran. Der Verein Projekt Jugend informierte jetzt den Sozialausschuss über eine positive Wende. Man habe sich mit dem Besitzer der Anlage „Alfapark“ getroffen, der grundsätzlich Interesse daran gezeigt habe, Räumlichkeiten seiner Anlage an die Jugendliche zu vermieten. Für ein Jugendtreff seien die Räume in den ehemaligen Industriepark, in dem sich heute hauptsächlich Büros und die Firma „Alfalot“ befinden, ideal, so Angie Paap vom Projekt Jugend. Der Alfapark liege zentral nicht weit vom Bahnhof aber trotzdem weit weg von Nachbarn, die sich durch eventuellen Lärm belästigt fühlen könnten. Der potentielle Vermieter habe außerdem angeboten, die Jugendlichen in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Trotzdem würden sich die Kosten für Brand- und Lärmschutz und sanitäre Anlagen sicher, so Paap weiter, auf eine vier- bis fünfstellige Summe belaufen. Renovierungsarbeiten könnten in Eigenleistung der Jugendlichen erbracht werden. Manfred Schönbohm (WIR), Vorsitzender des Sozialausschusses, riet den engagierten Jugendlichen, vorsichtshalber und möglichst schnell eine Art Vorvertrag oder eine Absichtserklärung mit dem Vermieter abzuschließen, um sich die Räumlichkeiten schon einmal zu sichern, bevor weitere Schritte folgen. Denn zur Zeit seien vier bis fünf Reinfelder Vereine ebenfalls auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Ein Kostenplan und ein detailliertes Konzept müssten aufgestellt werden.

Die Mitglieder des Sozialausschusses sind bereit, an einem Ortstermin teilzunehmen. Sicher ist, dass die Stadt das Projekt „Jugendtreff“ unterstützen möchte. „Wir wollen das Jugendzentrum, wir unterstützen das“, sagte Lasse Karnatz (SPD). Ziel sei es, so Schönbohm, noch vor Ende des Jahres einen genauen Plan vorliegen zu haben, damit das Geld im Haushalt 2014 eventuell bereit gestellt werden könne.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen