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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 22:59 Uhr

Kaum Interesse an der S4

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nur 40 Bürger kamen zur Einwohnerversammlung der Stadt Ahrensburg

Wer bis jetzt noch Zweifel hatte, der erfuhr es nun ganz genau: Die S4 wird kommen – ab 2027 sollen die Züge zwischen Hamburg und Bad Oldesloe rollen, bis Ahrensburg im Zehn-Minuten-Takt. Für den ersten Abschnitt zwischen Hasselbrook und Wandsbek sollen voraussichtlich schon im August dem Eisenbahn-Bundesamt die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren übergeben werden.

Bürgervorsteher Roland Wilde hatte dieses Thema bewusst auf die Tagesordnung der Einwohnerversammlung gesetzt, „es geht nicht um Ja oder Nein, es geht darum, die Bürger umfassend zu informieren.“ Doch das Interesse der Ahrensburger hielt sich in Grenzen – genau 40 Besucher waren gekommen.

Die DB Netz hatte gleich fünf Vertreter in den Marstall geschickt, um die Menschen auf das S  4-Projekt einzustimmen. Diejenigen, die in die Reithalle gekommen waren, hörten interessante Details, zum Beispiel zu den Planungsphasen. Die S  4 auf Stormarner Gebiet ist der dritte Abschnitt, das Planfeststellungsverfahren soll 2017 Jahr beginnen.

Bis Ahrensburg wird die S-Bahn zweigleisig parallel zur Fernbahnstrecke geplant. Das zusätzliche Gleis bis Bargteheide wurde im Zuge von Kostensenkungen gestrichen, es soll nur noch bis Gartenholz gebaut werden. Der erst 2010 nach vielen Schwierigkeiten in Betrieb genommene Haltepunkt wird dafür etwas verschoben und muss neu gebaut werden. Zumindest die Bahnsteige: Die vorhandenen werden abgerissen, dafür gibt es einen Mittelbahnsteig.

Zwischen Gartenholz und Bad Oldesloe soll die S  4 auf den Fernbahngleisen fahren, dann auch nicht mehr im Zehn-, sondern bestenfalls im 20-Minuten-Takt. In Delingsdorf wird es nach derzeitigem Stand keinen Haltepunkt geben, eine neue Station West in Ahrensburg geplant. Die Bahnbrücke über den Tunnel Manhagener Allee wird zum Teil, die die Eisenbahnbrücke über den Ostring komplett neu gebaut. Und der Bahnübergang Brauner Hirsch im Tunneltal wird durch eine Brücke ersetzt,

Die Horrorvorstellung vieler Bürger, Ahrensburg könnte von zwei Schallschutzmauern entlang der Bahntrasse durchzogen werden, ist nicht vom Tisch. Zumindest zeigte die Netz AG in einer Grafik alle Möglichkeiten für Lärmschutz. Die reichen von bis zu sechs Meter hohen Wänden bis zu so genannten Schienenstegdämpfern und Radschmieranlagen, die das Geräusch der Züge dämpfen sollen. Ab Herbst 2016 soll es dazu erste Aussagen eines schalltechnischen Gutachtens geben.

Über die normale Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hinaus wird es Bürgersprechstunden (Innenstadt oder Rathaus) geben.

>Mehr Informationen zur S4 bietet die Internetseite www.nah.sh


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