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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 13:52 Uhr

Ahrensburg : Kaufleute fürchten Parknot

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Ahrensburger Kaufmannschaft protestiert gegen aktuelle Pläne, in der Innenstadt zu bauen. Durch den Wegfall von Parkplätzen sehen sie die Attraktivität der Innenstadt gefährdet

Ahrensburgs Kaufleute sind sauer. Seit Jahren bemühen sie sich um mehr und vor allem kostengünstige Parkflächen in der Innenstadt. Sie wiesen mehrfach auf die nicht einfache Situation für Kunden von auswärts hin – erhört wurden sie von der Lokalpolitik und der Verwaltung nicht. Dabei sei eine gute Parksituation ein wichtiger Baustein zur Attraktivierung Ahrensburgs, sind sich die im Stadtforum organisierten Geschäftsmänner und -frauen sicher.

Als sie nun in der Zeitung lasen, dass auch noch die Parkplätze an der „Alten Reitbahn“ bebaut werden sollen, war das Maß voll. Zum einen weil sie die Baumaßnahme an der Stelle aus besagten Gründen für schädlich für die Infrastruktur halten, zum anderen, weil man sie nicht im Vorwege über solche Planungen informierte. Mit einem offenen Brief richteten sie sich daher gemeinsam an die Verwaltung sowie die Politiker ihrer Stadt.

Alexandra Schokrowski , Kassenwartin des Stadtforums und selbst Inhaberin eines Elektro-Fachhandels in der Hamburger Straße, macht sich Sorgen um die Zukunft der Innenstadt. „Wir finden es ja generell gut, wenn Ahrensburg sich entwickelt und neue Dinge entstehen sollen. Aber man muss auch schauen, was funktioniert und was nicht oder wo liegen bereits jetzt Probleme“, sagt sie. Laut ihrer Beschreibung sei die Parkplatzsituation schon jetzt nicht mehr befriedigend, an manchen Tagen sogar ausgesprochen schlecht. „Natürlich gibt es Parkflächen, aber man muss sich genau anschauen, wo sie liegen. Kostenlose Parkplätze gibt es sogar gar nicht“, bedauert sie. „Wenn die Stadt Ahrensburg möchte, dass wir Kaufleute hier eine Zukunft haben und vor allem auch weiterhin die Kunden von Außerhalb zu uns kommen, dann muss sie von solchen Bauvorhaben Abstand nehmen, die in diesem Bereich Parkplätze vernichten“, sagt sie.

Kunden in ihrem Geschäft bestätigen diese Einschätzung. „Wir fahren schon jetzt ab und zu nach Volksdorf, weil man dort sehr gut und kostenlos in direkter Nähe zu den Geschäften parken kann“, berichtete eine Ahrensburger Seniorin. „Wenn auch an der Alten Reitbahn kein Platz mehr sein sollte, dann muss man sich das doppelt überlegen, ob man noch hier in die Stadt fährt.“

Schokrowski hofft, dass die Lokalpolitik die Einwände der Kaufleute und zahlreichen Kunden ernst nimmt und dass man sich an einen Tisch setzen kann, um Projekte, die die Innenstadt betreffen, besser abzustimmen. Man sei ja kein Verein der „Verhinderer“, wolle aber angehört und ernst genommen werden. Denn wenn sich der Stand der Fachgeschäfte im Zentrum verschlechtere, werde über kurz oder lang auch das Angebot eingeschränkt und somit die Attraktivität als Einkaufsstadt, was sicher nicht im Interesse der Politik oder des Bürgermeisters sein dürfte. „Wir haben zahlreiche Kunden aus dem umliegenden Städten. Sie kommen hierher, weil sie die Stadt mögen, aber eben auch, weil sie hier bisher finden, was sie suchen.“

 

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