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Grundstück der Gemeinde : Katastrophenschutzzentrum wird in Hammoor gebaut

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hilfsorganisationen favorisieren das Grundstück am Ortseingang. Allein dessen Kosten würden sich auf 520 000 Euro summieren. Konkrete Aussagen zum dringend benötigten Neubau der Leitstellen lassen auf sich warten.

Die Standorte der Katastrophenschutz-Einheiten von DRK, ASB und DLRG sowie Feuerwehr sind nicht nur über das gesamte Kreisgebiet verteilt, sondern zum größten Teil auch zu klein und sanierungsbedürftig. Insofern besteht bei Kreispolitik und -verwaltung schon länger Einigkeit darüber, dass ein neues Rettungszentrum für den Katastrophenschutz an einem zentralen Standort gebaut werden soll.

Bei der Umsetzung hat es bislang aber gehapert, im Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss heute ab 18 Uhr im WAS-Gebäude am Bahnhof soll nun eine Vorentscheidung fallen. Theoretisch kommen noch drei Grundstücke in Frage, zwei in Hammoor und eines in Bargteheide. Sie bieten alle die geforderten 6000 Quadratmeter, unterscheiden sich allerdings bei Verfügbarkeit und Preis.

In Bargteheide geht es um eine Fläche vor dem Aldi- Zentrallager, das voll erschlossen und im Besitz der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) ist. Die ruft dafür 510  000 Euro auf, zuzüglich 6,5 Prozent Grunderwerbssteuer. Noch teurer würde der Grunderwerb auf dem für den Autohof geplanten Gewerbegebiet östlich des Autobahnkreuzes. Weil die Erschließung sehr aufwändig ist, geht die WAS von einem Quadratmeterpreis von „deutlich über 100 Euro“ aus. Das Gebiet kommt ohnehin nicht mehr in Frage, „weil uns die Landesplanung deutlich gemacht hat, dass das Katastrophenschutzzentrum dort nicht erwünscht ist“, sagt der Ausschussvorsitzende Wolfgang Gerstand (CDU).

Zum größten Teil bereits im Besitz der Gemeinde Hammoor ist eine Fläche neben der Schlachterei Hoose am Ortseingang westlich des Autobahnkreuzes. Dort will die Gemeinde auch selbst ihre neue Feuerwache bauen. Die 6000 qm würde man den Kreis zum Selbstkostenpreis überlassen, was dann 110  000 Euro wären. Allerdings kämen geschätzte 78  000 Euro für die Erschließung und 315  000 Euro für eine Baugrundverbesserung sowie Planungskosten hinzu, so dass man bei fast 520  000 Euro landen würde.

Aufgrund der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit haben sich sowohl die Hilfsorganisationen und die Technische Einsatzleitung als auch das Ordnungsamt des Kreises bereits für das Grundstück neben der Fleischerei ausgesprochen. Ein gemeinsames Haus mit der Feuerwehr Hammoor möchte der Kreis allerdings nicht bauen. Seitens des Ordnungsamts hält man das zwar bei einer getrennten Nutzung für machbar, der Baubereich empfiehlt allerdings zwei Grundstücke mit zwei Gebäuden – auch um sich die Option auf mögliche Erweiterungen zu erhalten.

Während es beim Rettungszentrum nun konkret wird, liegt die Entscheidung über den Neubau für die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) weiter auf Eis. Eigentlich sollten bereits Aussagen seitens des Ordnungsamts zum Personalbedarf und zu den Fragen vorliegen, ob eine gemeinsame Lösung mit der Feuerwehr und/oder der Polizei Lübeck sinnvoll sein können. Die fehlen bislang aber. Dabei könnte es schon 2018 eng werden. In der bereits erweiterten Leitstelle im Hochhaus der Kreisverwaltung sind bereits heute alle Plätze besetzt. Und die Einsatzzahlen werden nicht geringer. Selbst wenn man noch diesen Sommer mit der Planung beginnt, würde es 2020 werden, bis ein Neubau bezugsfertig ist. Von dem weiß bis heute aber niemand, wo er stehen und wer einziehen soll.

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erstellt am 22.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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