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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 20:12 Uhr

Kandidatenkür im Ratssaal

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Alle vier Jahre wird der Seniorenbeirat neu gewählt. In Bargteheide ist es in Kürze wieder soweit. Da vier Mitglieder – wie berichtet – ausscheiden, braucht es Nachrücker. Die gibt es dieses Mal. Gleich vier Männer und eine Frau kandidieren.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 12:55 Uhr

Viel Lob für die, die drin sind – von denen, die rein möchten. „Im Seniorenbeirat Bargteheide wird gute Arbeit geleistet“, so der einmütige Tenor der fünf Kandidaten, die gerne in der fest verankerten Institution der Stadt mitwirken würden. Gestern Mittag stellte sich das fünfköpfige Bewerberteam zur Seniorenbeiratswahl 2016 im Ratssaal vor.

>Bernhard Böckler: 63, gelernter Industriekaufmann, verheiratet, 1 Tochter, 1 Enkelkind. Er wohnt seit 25 Jahren in Bargteheide und befindet sich seit 2015 im Ruhestand. „Ich lebe gerne hier und möchte der Stadt etwas zurückgeben. Und da ich nun mehr Zeit habe, habe ich gedacht, schmeiß ich mal den Hut in den Ring.“ Böckler wandert und fährt Fahrrad gern und könnte sich diese Betätigungsfelder sehr gut im Seniorenbeirat vorstellen.

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>Eberhard Heim: 72, früherer Schulleiter und Schulrat, verheiratet, 1 Sohn, 4 Enkel. Er wohnt seit 1972 in „Stormarns lebendiger Stadt“ und genießt seit knapp acht Jahren den Ruhestand. Heim ist Ansprechpartner für Senioren-Lehrer in der GEW (Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft) und hat „Lust, in diesem Team zu arbeiten“.

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>Klaus Wolf: 72, früherer Personalleiter einer großen Firma, verheiratet, 1 Sohn, 1 Tochter, Jung- und Altenkel, lebt seit Mai 2015 in Bargteheide. Vorher verbrachter er 41 Jahre in Süddeutschland. „Da der Sohn in Delingsdorf verheiratet ist, sind wir halt nach Bargteheide gezogen. Eine tolle Stadt. Es lohnt sich, hier zu leben.“ Wolf hat sich schon immer ehrenamtlich engagiert. Er koordinierte Senioren, die Azubis unterstützen, die Lehre nicht abzubrechen. „Sie halfen den Auszubildenden durch die Prüfung zu kommen.“ Der Seniorenbeirat Bargteheide fiel ihm sofort ins Auge. Da mitzuwirken, könne er sich bestens vorstellen.

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>Hedda Neidl: 72, Sachbearbeiterin Vertrieb, Single, fühlt sich seit 1970, als Bargteheide zur Stadt wurde, vor Ort bestens aufgehoben. „Es hat mir hier immer gut gefallen.“ Seit 2004 ist sie in Rente und seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert – etwa im Turnverein. „Ich bin seit über 40 Jahren im Jugendkulturring Stormarn. Hört sich komisch an.“ Aber Nachfolger zu finden, sei auch hier nicht so einfach. „Der Seniorenbeirat ist ein Ohr für Ältere. Und ich möchte noch mehr für Senioren tun.“

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>Horst Kolditz: 68, war im Marketing tätig, verheiratet, 2 Söhne, 2 Enkel, fühlt sich seit 1977 in Bargteheide wohl. Er war neun Jahre lang 2. TSV-Vorsitzender und in der Kirche ehrenamtlich aktiv. Nun der Seniorenbeirat. Das fände er nicht schlecht.

Seit 2008 sind Reiner Ottersbach (Vorsitzender), Manfred Raddatz und Bernd-Michael Fincke mit ganzem Herzen dabei. Zu diesem Erfolgs-Trio muss man nicht mehr viel sagen. Nur so viel: Der 72-jährige Manfred Raddatz gibt die Radtouren aus gesundheitlichen Gründen ab und möchte sich stattdessen mehr politisch einbringen.

Aufhören im Seniorenbeirat werden unterdessen im Juni dieses Jahres: Ursula Glau (16 Jahre dabei), Ingeborg Schniese, Gustav Lahmann und Günter Horny.

„Wir hatten ein richtig tolles Team“, lobt Ottersbach, der noch eine Amtszeit zur Verfügung steht. Die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit hofft der 76 Jahre alte und fast verheiratete engagierte Senior auch mit der neuen Beiratsbesetzung. Die Grundpfeiler dafür stehen. Denn: „Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten ist optimal“, betont der Frontmann der emsigen Truppe. Vieles werde auf dem kleinen Dienstweg behandelt.

Bargteheides Leitender Verwaltungsbeamter Herbert Sczech sieht das genauso: „Der Seniorenbeirat ist eine Erfolgsgeschichte und zum guten Vorbild geworden.“ Dem Beirat würden beträchtliche Beratungs- und Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt, merkt Sczech an und verweist auf das vielschichtige Angebot von Bus-Ausflügen und Wanderungen über Pflege und Radtouren bis hin zum politischen Mitmischen.

Mitmischen können und sollen nun auch die älteren Einwohner. Es gibt genau 4451 Wahlberechtigte. Voraussetzung: Sie müssen das 60. Lebensjahr vollendet haben. Diese Klientel entscheidet über die neue Zusammensetzung. Die Wahlfrist läuft vom 8. Februar bis 7. März. „Ausgezählt wird am 15. März“, so Sczech. Die Wahlunterlagen gingen nächste Woche raus, ergänzt Wahlleiterin Kerstin Hansen. Das Votum (maximal drei Stimmen) kann per Briefwahl erfolgen oder die Unterlagen werden im Bürgerbüro abgegeben.

Bislang genoss die Seniorenbeiratswahl bei den jeweiligen Wahlberechtigten einen hohen Stellenwert. Seit 2008 liegt die Wahlbeteiligung zwischen 52 und 56 Prozent. Das möge auch weiterhin so sein, hofft der derzeitige Beirat.

Acht Kandidaten für sieben Plätze. Da darf man gespannt sein, wer am Ende das Rennen macht. Herbert Sczech bringt es auf den Punkt: „Egal, wen sie wählen. Sie wählen immer richtig!“

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Eine besonders erfreuliche Entwicklung hat das gemeinschaftliche Angebot des Seniorenbeirats und des Cinema Paradiso „Der besondere Film“ genommen. Als es noch „Seniorenkino“ hieß, kamen pro Jahr und im Schnitt 250 Zuschauer ins Kleine Theater. Seitdem das Konzept verändert wurde und seitdem auch junge Filme über die Leinwand von Kinobetreiber Hans-Peter Jansen flimmern, hat sich die Besucherzahl gigantisch erhöht: „1200 Zuschauer pro Jahr haben zum Erhalt des Kinos beigetragen“, freut sich Bernd-Michael Fincke.

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