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Systematische Bombensuche : Kampfmittelräumer kommen nicht hinterher

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wenn Luftbilder der Alliierten systematisch ausgewertet würden, könnte das Blindgänger-Problem gelöst werden. Doch dafür fehlt das Personal. In Bad Oldesloe ist mit weiteren Entschärfungen zu rechnen.

„Wenn wir das jetzt regelmäßig alle zwei Monate haben, dann trage ich mir das schon mal in den Kalender ein“, scherzte eine ehrenamtliche Helferin des ASB in der Notunterkunft für Evakuierte: „Da kann ich meine Termine besser koordinieren.“ Doch das wird ein frommer Wunsch bleiben. Denn obwohl Oldesloes Untergrund als gefährlich eingestuft wird, wird nicht systematisch nach Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht.

Die Kampfmittelverordnung des Landes ist eindeutig: „Vor der Erstellung von baulichen Anlagen … und vor Beginn von Tiefbauarbeiten auf Grundstücken in Gemeinden, deren Gebiete mit Kampfmitteln belastet sind oder sein können, ist der Eigentümer … verpflichtet, bei der Landesordnungsbehörde eine kostenpflichtige Auskunft über mögliche Kampfmittelbelastungen einzuholen.“ Bad Oldesloe wird in einer Liste der Kampfmittelverordnung aufgeführt. In Stormarn trifft das außerdem auf Ahrensburg, Barsbüttel, Feldhorst, Glinde, Meddewade, Reinbek und Travenbrück zu. Damit ist ein entsprechender Antrag Pflicht. Genau das ist das Problem, so Stefan Jung, Sprecher des Landeskriminalamts: „Die Zinsen sind niedrig, es wird viel gebaut, da laufen wir der Zeit nur noch hinterher.“ Theoretisch sei eine systematische Luftbildauswertung vorstellbar, „aber wir können es einfach nicht leisten“, so Jung. Lediglich bei Baulandausweisung werde das versucht. Jung: „Dann schauen wir uns natürlich gleich das ganze Gebiet an und nicht nur einzelne Bauplätze.“ Wegen der großen Zahl vorliegender Anträge könne es aber schon einige Wochen dauern, bis die Freigabe erteilt werden könne. Deswegen rät Jung angehenden Bauherren: „Melden Sie sich rechtzeitig und stellen Sie Ihre Anträge so früh wie möglich.“

Es ist nur eine Frage der Zeit bis in Bad Oldesloe der nächste Blindgänger entschärft werden muss. Kampfmittelräumer Georg Ocklenburg: „Wir haben noch mehrere Verdachtspunkte, die wir zeitnah abarbeiten werden.“ Was das konkret räumlich oder zeitlich bedeutet, wollte er nicht näher erläutern.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 22.Aug.2014 | 18:03 Uhr

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