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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 02:24 Uhr

Widerstand : Kampf um Schulgarten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Kreis Stormarn will das Gelände hinter der Landwirtschaftsschule für eine Million Euro verkaufen. Anlieger in Sorge um grüne Oase in ihrer Nachbarschaft. Sie wollen, dass das Areal zum öffentlichen Park wird.

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erstellt am 31.Aug.2013 | 09:00 Uhr

Das Votum war ziemlich eindeutig: Knapp 50 Anlieger kamen zum Ortstermin mit Mitgliedern der Oldesloer CDU-Fraktion in den Garten der ehemaligen Landwirtschaftsschule um ihren Unmut über die Verkaufsabsichten deutlich zu machen.

Das Areal gehört dem Kreis. Auf einem Internetportal für Immobilien hat er seine Verkaufsabsichten öffentlich gemacht. Angestrebter Verkaufspreis: 1 Million Euro. „Eine Veräußerung wesentlich unter diesem Wert kommt nicht in Betracht“, heißt es dort. Das ist schon mal eine Hausnummer für ein unerschlossenes Stück Land.

Im April war bekannt geworden, dass ein Investor ein Teil des Grundstücks zwischen Stadion und Schule kaufen möchte. Die Grünen witterten eine Chance, auf der Fläche sozialen Wohnungsbau zu realisieren. Per Eilantrag sollte eine Vorkaufssatzung erlassen werden. Auch Bürgermeister Tassilo von Bary sprach sich ausdrücklich dafür aus. Aber die CDU wollte nicht, verweigerte ihre Zustimmung zum Dringlichkeitsantrag. Damit war das Thema vom Tisch. Kurz darauf platzte wegen dieses Themas eine Stadtverordnetenversammlung.

Der CDU-Fraktions-Chef Horst Möller, sprach Klartext, blieb aber trotzdem unverbindlich. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Stadt dafür eine Million Euro ausgibt. Ich glaube, wir würden es nicht mal geschenkt nehmen“, machte er deutlich. Die Stadt und damit die Oldesloer Politiker sieht er erst am Zuge, „wenn der Kreis verkauft hat“. Wenn ein Investor das Grundstück erwerbe, müsse er zwangsläufig mit der Stadt in Kontakt treten, um Baurecht zu bekommen. Das geht nur über einen B-Plan und der muss von den Stadtverordneten beschlossen werden. Dem würden sich die Christdemokraten aber nicht grundsätzlich verschließen. Bei einer dezenten Bebauung könnte sich Horst Möller sogar einen Kompromiss mit den Anliegern vorstellen.

Die wollen von Bebauung nichts wissen. Wie Gudrun Behnsen-Katenhusen, die Sprecherin der Anlieger, mitteilt, habe man herausgefunden, dass der Garten seinerzeit von Max-Karl Schwarz angelegt worden sei. Die Anlieger sprechen scherzhaft von „Hablik der Gartengestaltung“, haben schon ein Hinweisschild zum „Max-Karl-Schwarz-Park“ aufgehängt. Schwarz war Antroposoph, Weggefährte Steiners und Vordenker der Bio- und Selbstversorgerbewegung.

Gudrun Behnsen-Katenhusen schwebt deshalb vor, den Schulhof zum öffentlichen Park zu machen. „Weg von der Bebauung, hin zu uns allen – das ist unsere Intention“, erklärte sie. „Kämpfen sie weiter. Ich wünschen ihnen Glück“, motivierte Möller die Anlieger.

 

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