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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 08:28 Uhr

Hamberge : Kampf um Lärmschutz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Gemeinde befürchtet das Aus für die Schutzmaßnahmen durch die geplante Lkw-Oberleitungsteststrecke.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 06:00 Uhr

„Wir haben die größten Bedenken, dass durch den Bau der Lkw-Oberleitungen an der A  1 für unsere Gemeinde der Lärmschutz komplett gestorben ist“, so Bürgermeister Paul Friedrich Beeck. Seit den 90er Jahren kämpft Hamberge für Lärmschutzmaßnahmen und eine Autobahnabfahrt, erarbeitet 2008 einen Lärmaktionsplan und ein Gutachten – bisher vergebens, obwohl es zu Anfang noch recht gut aussah. Denn 2010 lag die Zustimmung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vor. „Ein so genannter Gesehen-Vermerk existiert bereits seit 2015“, so Beeck.

Die „Hamberger Lösung“ soll Lärm und Verkehr in der Gemeinde um 60 Prozent reduzieren. 8500 bis 9000 Fahrzeuge fahren täglich durch den beschaulichen Ort. Hinzu kommt der Lärm von der A  1 und A  20 sowie der B  75. Eine Autobahnauffahrt- und abfahrt sollen kurz vor Hamberge zwischen der Brücke über die A  1 und dem Ortsbeginn entstehen. Das Besondere an der „Hamberger Rampe“ ist, dass der Verkehr nicht mehr durch den Ort fließen muss, sondern schon vorher abgeleitet wird.

Aus Reinfeld kommend werden die Autofahrer kurz hinter der Autobahnbrücke mit einer Auffahrt auf die A  1 geleitet. Aus Lübeck kommend ist eine Abfahrt von der A  1 erst nach dem Ort kurz vor der Brücke möglich. Eine derartige Kombination von Aus- und Auffahrt gibt es bisher in Schleswig-Holstein noch nicht.

„Die Errichtung der Oberleitung in diesem Abschnitt im kommenden Jahr darf nicht ohne den Bau der Teilanschlussstelle und der Erhöhung des Lärmschutzwalles erfolgen, da beide Baumaßnahmen auf dem selben Baugrund erfolgen müssen“, betont Beeck. Mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Torsten Albig machte Beeck jetzt die Problematik deutlich. Man müsse darauf hinwirken, dass auch die zugesagte Hamberger Rampe gleichzeitig umgesetzt werde und die Oberleitungen bei einer späteren Errichtung der Teilanschlussstelle nicht umgebaut werden müssten.

„Das wäre dann ja wie ein Schildbürgerstreich“, so Beeck. Sei die Oberleitung erst einmal gebaut, könnten außerdem keine Arbeiten von der Standspur aus mehr erfolgen. Das könnte dann das endgültige Aus für die „Hamberger Lösung“ sein. Beeck: „Die Gemeinde wird dies nicht hinnehmen und weiter kämpfen. Es stellt sich dann die Frage, ob eine Klage eine Chance hat.“ Noch hat der Bürgermeister keine Antwort aus dem Landesministerium erhalten.

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