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Bad Oldesloe : Kaktus: Freifunk und fairer Kaffee

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In der Hagenstraße 4 Bad Oldesloe bietet Karin Hoffmann einen Treffpunkt für Migranten und ehrenamtliche Helfer an.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2015 | 12:07 Uhr

Karin Hoffmann ist immer für kreative und unkonventionelle Überraschungen gut. Die engagierte Oldesloerin hat nicht nur die Bücherzelle und das Tauschhaus in der Mühlenstraße initiiert, jetzt eröffnet sie auch noch einen Treffpunkt für Asylbewerber. In ihrem Haus in der Hagenstraße 4 wurden kürzlich Geschäftsräume frei, als Brigitte Tschoepe, Händlerin Kirgisischer Textilkunst, aus dem kleinen Ladengeschäft auszog. „Ich habe draußen die Fenster geputzt und überlegt, was wir hier machen könnten. Da kam mir die Idee, ob wir nicht einen weiteren ’Hot Spot’ als Treffpunkt für Migranten in der kalten Jahreszeit anbieten könnten“, erzählt Karin Hoffmann. Gesagt, getan.

So entstand innerhalb weniger Wochen „Kaktus“ – ein Treffpunkt für Migranten und hilfsbereite Bürger, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wollen. „Kaktus“ steht dabei nicht zufällig für den grünen, wehrhaften Gesellen aus dem vorderen Orient, der gut gegen Dürre und schlechte Zeiten gewappnet ist. „Kaktus bedeutet auch ’Karins aktueller Kommunikationstreffpunkt in unserer Stadt“, erklärt Hartmut Jokisch. Der neue Treffpunkt solle auch als Büro der Grünen genutzt werden, die sich bisher immer irgendwo privat trafen, so der Ortsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Die rund 75 Quadratmeter großen Geschäftsräume verfügen nicht nur über ein gemütlich eingerichtetes „Wohnzimmer“, sondern auch über Sanitärräume, eine Küche und zwei Lagerräume, denn seit kurzem ist „Kaktus“ auch Annahmestelle für Sachspenden aller Art für Flüchtlinge. Die Nutzung sei multifunktional und nicht gewerblich, die Betreuung des Treffpunkts rein ehrenamtlich organisiert. „Mit dem Freifunk geht es allerdings erst los, wenn unser Anschluss steht. Das Kabel liegt immerhin schon“, sagt Hartmut Jokisch.

Der Treffpunkt hat bereits feste Öffnungszeiten an drei Tagen, die sollen noch ausgedehnt werden. Dafür werden allerdings noch weitere ehrenamtliche Helfer gesucht, die den Flüchtlingen auch mit Rat und Tat bei kleinen Alltagsproblemen zur Seite stehen könnten. „Es wäre gut, wenn auch aus dem Kreis der Migranten, die schon länger hier sind, als Helfer vor Ort wären, zum Beispiel als Dolmetscher“, so Karin Hoffmann. Eventuell könnten sich hier auch die Sprachpartner treffen. Ansonsten könnten Kaffee und Tee gekocht und Spiele gespielt werden. „Wir gehen hier unkonventionell dran, denn wir haben noch keine Erfahrung mit so einem Treffpunkt, das ist Neuland für uns. Er soll langsam wachsen und sich entwickeln. Alles ist besser als ein Leerstand der Räume“, betont Karin Hoffmann, die den Raum schon liebevoll mit Gartenstühlen, Tischen, Teewagen und Bildern ausgestattet hat. „Wir wollen Hilfe im Alltag leisten und zeigen, wie Deutschland funktioniert“, so die Grünenpolitikerin, die hofft, dass nicht nur junge Männer, sondern insbesondere auch viele Frauen den Weg hierher finden werden.

>Kontakt: Wer helfen möchte kann sich bei Karin Hoffmann unter Tel. 04531/3102 oder bei Hartmut Jokisch unter Tel. 04531/181801 melden.

>Öffnungszeiten des Kaktus:

Mittwoch und Donnerstag: 10 - 13 Uhr, Samstag: 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

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