zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Reinfeld : Kämpfernatur findet deutliche Worte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mit der HSG Reinfeld/Hamberge will Kerstin Albrecht am Sonntag im zweiten Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Handball-Oberliga ihre Hausaufgaben machen.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2015 | 17:35 Uhr

Kerstin Albrecht ist eine Freundin klarer Worte. Sie gibt bei den Handballerinnen der HSG Reinfeld/Hamberge die Kommandos auf dem Platz, weist die Verteidigung an, was in welcher Situation zu tun ist. Trainer Detfred Dörling beschreibt die 26-Jährige als „eine der wichtigsten Spielerinnen im Team. Sie könnte auch ein oder zwei Klassen höher spielen“. So klar wie auf dem Feld die Kommandos, formuliert die Kreisläuferin im Rückblick auch die Erlebnisse der vergangenen beiden Spielzeiten. „Niederschmetternd“ sei es gewesen, als die Stormarnerinnen jeweils den Aufstieg in die Handball-Oberliga knapp verpasst haben. 2013 war die HSG Reinfeld/Hamberge als Vizemeister der SH-Liga in den Entscheidungsspielen an der SG Niendorf/Wandsetal gescheitert. In der vergangenen Spielzeit versagten dem Team im letzten Saisonspiel beim 27:34 gegen die SG Oeversee/Jarplund-Weding die Nerven. Die Stormarnerinnen wurden nur Dritte, die SG löste stattdessen als Vizemeister das Oberliga-Ticket.

Dieses Mal soll alles anders werden. Die Reinfelderinnen stehen erneut vor der großen Chance auf die Qualifikation zur Oberliga. Nach dem 30:20-Erfolg im ersten Entscheidungsspiel der Vizemeister aus Hamburg und Schleswig-Holstein gegen das Handball-Team Norderstedt zweifeln die Wenigsten an einem positiven Ausgang im Nervenspiel am Sonntag (17 Uhr). Selbst Dörling sagt: „Eigentlich ist es nur noch eine Formsache, weil meine Mannschaft noch einmal vor eigenem Publikum zeigen will, wie stark sie ist. Wir müssen einfach kühlen Kopf bewahren und werden keine Experimente machen.“

Kerstin Albrecht aber mahnt zur Vorsicht. Im Hinterkopf hat die Rechtshänderin dabei die beiden Partien 2013 gegen Wandsetal, als die HSG nach einem 17:30 im Hinspiel die zweite Begegnung mit 25:22 gewann. Mit etwas Glück wäre sogar noch mehr drin gewesen. Vor dem Spiel gegen Norderstedt warnt die Verwaltungsfachangestellte der Stadt Ahrensburg daher: „Wir sind noch nicht durch. Die werden kämpfen bis zum Umfallen.“

Diese Charaktereigenschaft indes beschreibt auch Albrecht treffend. „Ich gebe niemals auf, das ist auf dem Platz das Wichtigste.“ Und Trainer Detfred Dörling verdeutlicht: „Sie ackert und arbeitet, ist eine echte Leaderin auf dem Feld.“ Auch die 1,74 Meter große Albrecht sieht sich dort in einer Führungsrolle: „In der Abwehr mache ich dem Team auch mal Feuer unterm Hintern.“ Neben dem Platz allerdings überlasse sie die Führung ihren Teamkolleginnen. „Sie ist zwar nicht ruhig, aber für Stimmung sorgen dort andere“, verrät Dörling.

2010 wechselte die Bad Oldesloerin vom VfL nach Reinfeld. „Sie hat eine absolut tolle Entwicklung genommen“, lobt der Coach. Diese Entwicklung soll auf lange Sicht nicht in der SH-Liga enden. Das allerdings haben Kerstin Albrecht und ihre Teamkolleginnen nicht in der eigenen Hand. Selbst wenn sie gegen Norderstedt gewinnen sollten, müsste voraussichtlich noch der Oberliga-Meister oder sein Vertreter über eine Aufstiegsrunde gegen den Niedersachsenmeister den Sprung in Liga drei schaffen, um einen Platz frei zu machen. „Einige von uns werden dann sicherlich zu den Spielen fahren, um das Team anzufeuern“, verspricht Albrecht. Erinnerungen werden wach an die vergangenen beiden Jahre, und die 26-Jährige findet wieder deutliche Worte: „Uns steht bevor, dass es umsonst sein könnte, wenn wir unsere Aufgabe erledigen – und das wäre einfach frustrierend.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen