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Oldesloer Bücherei : Jungen lesen – aber anders

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mehr als 250 Bücher in der neu angelegten Jungs-Ecke der Oldesloer Stadtbücherei sollen Jungen für das Lesen begeistern.

Mit den drei gewitzten Detektiven Justus, Peter und Bob aus der Buchreihe „Die drei Fragezeichen“ komplizierte Kriminalfälle lösen, mit dem elfjährigen Tom die Fantasy-Welt von Avantia aus der Romanreihe „Beast Quest“erkunden oder mit den Helden von Stars Wars mitfiebern - das können Jungen im Alter von neun bis zwölf Jahren jetzt in der neuen „Jungs-Leseecke“ in der Stadtbücherei. „Wir wollen das Lesen der Jungen fördern, denn unsere Statistik zeigt leider deutlich, dass diese in diesem Alter weniger lesen als die Mädchen“, erklärt Bibliotheksleiter Jens A. Geißler. Seien erst einmal die ersten Lesehürden genommen, falle das Interesse der Jungen leider rapide ab, weiß auch Bibliothekarin Ulrike Magdanz, die seit Mai die Kinderabteilung der Bibliothek betreut. „Jungen sind leider leseschwächer“, sagt sie. Herrsche bei den Erstlesern noch ein Gleichstand, verringere sich das Interesse der Jungen danach deutlich. In der Jungs-Ecke können dies nun ungestört stöbern, lesen und sich aus einem Bestand von rund 250 Büchern das interessanteste oder spannendste Buch aussuchen. „Wir haben das Angebot ganz auf die Interessen der Jungen zugeschnitten“, so Geißler. 80 neue Bücher für Jungen ab neun Jahren sind hinzugekommen - von Star Wars über Sachbücher bis hin zu der beliebten Reihe „Gregs Tagebuch“ oder den Helden der Fußball-Reihe „Tor“. Ob Fußball, Heldengeschichten, Abenteuer, Krimis, Spaß, Humor oder Comics - hier wird die Begeisterung der Jungen geweckt. Sie können in Ruhe auf den neuen, knallroten „Lümmel-Sesseln“ in den Büchern stöbern, mit ihren männlichen Hauptfiguren mitfiebern, sich Wissen aneignen und so auch das eine oder andere unbekannte Buch entdecken. Natürlich sollen bekannte Buchreihen die Jungen in die Bibliothek locken, doch Ziel sei es, auf diesem Wege das Lese-Interesse langfristig zu wecken, so Geißler. Man müsse diese bei ihren Interessen packen. Und warum nur Star Wars lesen, sondern nicht auch aus dem gleichnamigen Kochbuch die „Star-Wars-Sticks“ zu Hause nachkochen?

Eine Umfrage bei den Jungen im Vorwege habe zudem großes Interesse an der Jungs-Ecke gezeigt, ergänzt Magdanz. „Yes“ und mit dem Daumen nach oben - so hätten viele der Neun- bis Zwölfjährigen auf das neue Angebot reagiert. Logisch, dass Bibliothekarin Ulrike Magdanz dann neben den beliebten Buchreihen auch mal das eine oder andere nicht so populäre Thema wie Mobbing oder die Patchwork-Familie „einschmuggelt“. „Ich habe keine Zweifel, dass die Jungs-Ecke gut laufen wird“, betont der Bibliotheksleiter. Natürlich sei das Angebot mit dem Kinderleihausweis wie immer kostenlos. Eine große Rolle spiele es, wie im Elternhaus mit dem Thema Buch umgegangen werde, so Geißler. Vorlesen, gemeinsame Zeit verbringen - auch auf diese Weise führe man die Kinder an das Lesen heran. Und das sei eben doch etwas ganz Anderes als das Hören einer CD. Geißler: „Für das Vorlesen gibt es keine Altersgrenze.“

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