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Nach „Seuchenjahr“ : Julia Görges will zurück in die Tennis-Weltspitze

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16 Auftakt-Niederlagen, eine schmerzhafte Handgelenksverletzung und der Absturz auf Platz 73 der Tennis-Weltrangliste: Julia Görges hat ein Jahr zum Vergessen hinter sich.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 14:19 Uhr

Auckland/Bad Oldesloe | Ihr „Seuchenjahr“ möchte Julia Görges möglichst schnell vergessen machen. Seit Anfang Dezember bereitete sich die 25 Jahre alte Tennisspielerin aus Bad Oldesloe im australischen Melbourne auf die neue Saison vor - in der will sie nach ihrem Absturz wieder die erweiterte Weltspitze ins Visier nehmen. Am Mittwoch flog Görges ins neuseeländische Auckland, wo sie am kommenden Montag dank einer Wildcard ins Tennis-Jahr 2014 startet.

„Ich möchte mich definitiv in die Richtung bewegen, wo ich das Jahr angefangen habe“, sagte die Norddeutsche im Interview der Nachrichtenagentur dpa. Auf Platz 18 startete die Fed-Cup-Spielerin in die vergangene Saison, auf Rang 73 schloss sie diese ab. „Damit kann und will ich nicht zufrieden sein. Für den Anspruch, den ich an mich habe, war es ein Seuchenjahr, ganz klar“, sagte Görges.

Nachdem die missratene Spielzeit mit einer 2:6, 3:6-Niederlage gegen die Ranglisten-105. Camilia Giorgi aus Italien in Linz zu Ende gegangen war, hat Julia Görges erst einmal fünf Wochen Urlaub gemacht. Sie hat sich einen Weisheitszahn ziehen lassen und in der Nähe von Hannover ihre neue Wohnung eingerichtet. „Ich bin nicht so der Typ, der im Urlaub unbedingt wegfliegt. Ich fliege das ganze Jahr über so viel, da bleibe ich lieber zu Hause“, sagt sie. Erstaunlich gelöst spricht die 1,80 Meter große Athletin über ihre Leidenszeit.

Dass sie nach dem Turnier in Brüssel an einem Kapselanriss im Handgelenk litt, hat sie lange Zeit nicht öffentlich gemacht. Dass sie eine Zeit lang kaum ein Glas halten und die Gangschaltung im Auto nicht bedienen konnte, hat Görges erst nach dem Saisonende verraten.

„Ich war zum ersten Mal richtig verletzt“, sagt sie bei der Suche nach Erklärungen für ihr verkorkstes Jahr. Während ihre Fed-Cup-Kolleginnen das eine oder andere Mal für bemerkenswerte Schlagzeilen sorgten, rutschte Görges mehr und mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung. Sabine Lisicki zog durch ihre Auftritte in Wimbledon und zuletzt an der Seite von Oliver Pocher reichlich Aufmerksamkeit auf sich. Angelique Kerber schaffte es zum zweiten Mal nacheinander zur WTA-WM des besten acht Spielerinnen nach Istanbul.

Andrea Petkovic scheint wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Auch Mona Barthel und Annika Beck sind in der Weltrangliste mittlerweile besser notiert als Görges. Auf die Frage, ob sie etwas Positives aus dieser Zeit mitnehme, antwortete sie ohne zu zögern: „Die Erfahrung. Die Erfahrung, die ich gesammelt habe, wie es ist, nicht so erfolgreich zu spielen, wie ich es aus den letzten zwei, drei Jahren gewohnt war. Das ist eine Erfahrung, die Gold wert ist.“ 

2014 will sie während der Hatz von Turnier zu Turnier öfters kürzere Heimataufenthalte einlegen und „definitiv mehr Wochen zu Hause verbringen“, sagt sie. Selbst gewählten Druck mit der konkreten Aussage zu angestrebten Ranglistenpositionen lehnt sie ab. „Ich gebe ja nie irgendwelche Ranking-Ziele preis und werde es auch dieses Mal nicht tun“, sagt sie und lächelt. „Für mich ist es wichtig, konstant zu spielen. Und dann werde ich sehen, was mein Potenzial mir bringt.“

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