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Bürgermeisterwahl Bad Oldesloe : Jörg Lembke wird Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Unerwartet klar hat der parteilose Bewerber Jörg Lembke die Bürgermeister-Stichwahl gewonnen. Er holte 69,6 Prozent, CDU-Kandidat Jörg Feldmann war mit 30,4 Prozent hoffnungslos abgeschlagen.

Bad Oldesloe | Jörg Lembke wird der neue Oldesloer Bürgermeister. In der Stichwahl setzte sich der parteilose 48-Jährige überraschend deutlich mit 69,6 Prozent der Stimmen gegen Jörg Feldmann von der CDU durch. Einzig die geringe Wahlbeteiligung von 38 Prozent trübte ein wenig die Freude des künftigen Verwaltungschefs.

Ratlosigkeit herrschte dagegen auf der Verliererseite. „Natürlich bin ich angetreten, um zu gewinnen“, sagte Jörg Feldmann, als die ersten beiden Wahlbezirke schon ausgezählt waren. Lembke lag mehr als deutlich vorn, aber einen Trend wollten beide Kandidaten daraus noch nicht ableiten. „Ein Drittel der Wähler vom ersten Durchgang haben ihren Favoriten verloren, und mehr als 50 Prozent haben überhaupt nicht gewählt“, hoffte Feldmann, der vor zwei Wochen mit 27,1 Prozent deutlich hinter Lembke (39,7 Prozent) lag, auf Wechselwähler.

Die waren trotz mehr als 5000 Hausbesuchen Feldmanns aber anscheinend eher zu Lembke übergelaufen, der natürlich ebenfalls viele Gespräche geführt hatte. „Dieser Aufwand ist etwas, was ich wirklich unterschätzt habe. Es ist als Einzelbewerber schwierig, gegen die Logistik einer Partei anzutreten. Ohne meine Familie hätte sich das nie geschafft“, so Lembke, der noch ehrenamtlicher Bürgermeister in Feldhorst ist.

Die Parteizugehörigkeit mag aber auch eine Bürde für Feldmann gewesen sein. „Anscheinend wollen die Oldesloer einen, der hier verortet ist, Das war schon bei von Bary so. Und dann gibt es zurzeit diese Abneigung gegen Parteien, die ich aber nicht nachvollziehen kann“, so Bürgerworthalter Rainer Fehrmann als CDU-Vertreter. „Ich hoffe, dass es nicht die Partei war, die nicht gewollt ist“, sagte CDU-Fraktionschef Horst Möller angesichts der enttäuschend 30 Prozent.

Am Programm kann es nicht gelegen haben, davon ist Feldmann überzeugt: „Ich halte das, was ich vorgeschlagen habe, nach wie vor für das Richtige für die Kreisstadt. Wenn es keine Mehrheit findet, ist das eben so.“ Die Tatsache, dass sein Kontrahent mehr als doppelt so viele Stimmen bekommen hat, machte ihm aber doch zu schaffen: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so deutlich sein könnte.“

Jörg Lembke hatte sich lange geweigert, den Trend, der sich mit jedem Stimmbezirk verstetigte, als Sieg zu deuten. Erst als das vorläufige Endergebnis feststand, fielen er und seine Frau sich in die Arme. „Das ist toll, ich freue mich riesig. Mit so einem Ergebnis hätte ich nie gerechnet. Ich habe gedacht, dass es knapp werden könnte, wenn die Leute, die mir vor 14 Tagen ihre Stimme gegeben haben, nicht mehr zur Stichwahl gehen.

Meine Familie ist glücklicher als ich. Ich bin so angespannt, dass ich das noch gar nicht richtig realisiert habe“, so der 48-Jährige, der die Glückwünsche nicht nur seiner Anhänger entgegennahm. „Ich möchte jedermanns Bürgermeister sein“ und „Wir werden es schon hinbekommen, dass wir vertrauensvoll miteinander umgehen“, waren zwei Sätze die er Gratulanten mit auf den Weg gab.

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