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Bad Oldesloe : Jörg Lembke: Ich bin überzeugt, dass ich das kann

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Feldhorster Bürgermeister kandidiert als Parteiloser in Oldesloe. Schwerpunkte seiner Kandidatur sind Wohnraum und Kitaplätze.

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erstellt am 15.Jan.2016 | 11:04 Uhr

Es brodelte schon länger in der Gerüchteküche: „Der VfL schickt einen Fußballkandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt.“ Vor wenigen Tagen hat dann tatsächlich Jörg Lembke seine Bewerbung bekanntgegeben – Vorsitzender des Kreisfußballverbands und seit 40 Jahren Mitglied des VfL. Passt also. Doch der 48-Jährige weiß gar nicht, ob er darüber amüsiert oder erschrocken sein soll. „Wo kommt das her?“ Im Gespräch mit dem Tageblatt stellt er klar: „Niemand vom VfL ist an mich herangetreten und hat gefragt: Möchtest du Kandidat werden.“

„Ich bin hier geboren und aufgewachsen, meine Eltern leben noch hier. Ich bin mit der Stadt verbunden“, erzählt der Feldhorster. Deshalb komme für ihn auch nur, und auch das nur nach langem persönlichen Ringen, eine Kandidatur in Bad Oldesloe in Frage, keine andere Stadt.

Dabei ist Jörg Lembke bereits Bürgermeister. Ehrenamtlich in Feldhorst, wo es in der Gemeindevertretung keine Parteien gibt, sondern nur zwei Wählergemeinschaften. „Parteipolitik ist oft hinderlich“, findet er: „Ich meine das jetzt nicht negativ.“ Deshalb sei für ihn klar gewesen, dass er bei den Oldesloer Parteien vorsprechen wollte, um von einer als Kandidat nominiert zu werden. Er tritt ganz bewusst als parteiloser Bewerber an.

Wie Haupt- und Ehrenamt zusammen funktionieren, hat er als Feldhorster Bürgermeister gelernt. Als Kriminalbeamter sei er für den hauptamtlichen Bürgermeisterposten bestens qualifiziert. Jörg Lembke arbeitet in einer speziellen Dienststelle, der Innenbehörde direkt angegliedert, für Korruptionsbekämpfung. „Da muss ich mich mit vielen Strafrechtsnebengesetzen befassen. Das kann mir nützlich sein“, ist er überzeugt. Und noch etwas hat er als Kripobeamter gelernt: Vernehmungstaktik. „Emotionen sind da fehl am Platz. Ich will ja, dass der Gegenüber sich öffnet“, erklärt er. Da würde er auch als Bürgermeister gleich ansetzen. Jörg Lembke hat in jüngster Zeit viele Oldesloer Ausschusssitzungen besucht. Die Verwaltung leiste zwar in weiten Teilen gute Arbeit, aber es hapere am Vertrauen. Deshalb ist für ihn klar: „Es muss mehr frühzeitig miteinander gesprochen werden, um anstehende Entscheidungen gleich in die richtige Richtung zu lenken.“ Politik müsse die Entscheidungen fällen. Er sieht sich da als Bindeglied, das für „gute Beratung“ sorgen will. Lembke: „Das setzt vertrauensvolle Zusammenarbeit voraus. Ich bin überzeugt, dass ich das kann.“

Mit einem „Wahlprogramm“ hält sich Jörg Lembke zurück: „Ein Bürgermeister kann nur Wünsche hegen.“ Ihm ist klar, dass die Flüchtlingsfrage die Stadt noch über Jahre beschäftigen wird. „Das ist eine Verwaltungsaufgabe und das macht sie auch sehr gut“, ist der Kandidat überzeugt. Eine stabile Kassenlage sei die Voraussetzung, um etwas bewegen zu können. Ein Bürgermeister Lembke würde engen Kontakt zu Gewerbetreibenden suchen, um zu erfahren, wo der Schuh drückt. Im Vergleich zu Reinfeld habe Oldesloe noch Nachholbedarf, was die Ansiedlung von Betreiben angehe.

Er hat sich auf die Fahne geschrieben, die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen. Kindertagesstätten müssen ausgebaut werden. „Mütter fangen heute viel früher wieder an zu arbeiten“, sagt Lembke: „Die brauchen Planungssicherheit und abgestimmte Betreuungszeiten.“ Der Druck auf den Wohnungsmarkt werde zukünftig größer werden. Für ihn ist deshalb klar: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, aber auch Bauplätze für Menschen mit Geld. Beides muss machbar sein.“ Das Thema Sport spricht er von sich aus gar nicht an. Nur ganz kurz am Rande: „Die Hallensituation finde ich nicht befriedigend, eine mehr wäre schon schön.“

Jörg Lembke ist Familienvater in zweiter Ehe verheiratet. Sein Hobby Fußball kann er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Dafür hat er es mal mit Golf versucht. „So wie ich das Bürgermeisteramt verstehe, wird es mich 70 bis 80 Stunden in der Woche kosten. Da bleibt eh nicht mehr viel Zeit für Hobbys.“

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