Joachim Wergin: Historiker und Schriftsteller für Stormarn

Joachim Wergin
Joachim Wergin

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09. November 2013, 00:32 Uhr

Wer etwas über Stormarner Geschichte wissen möchte, wird gewiss auf Joachim Wergin stoßen. Dabei ist der im 83-Jährige weder in Stormarner geboren noch ein Historiker. Als Heimatvertriebener kam er 1946 im Alter von 15 Jahren aus Stettin nach Großhansdorf, wo er zunächst in einer Notunterkunft wohnte.

In den schwierigen Nachkriegsjahren ließ sich sein Traum von einem Studium nicht erfüllen. Joachim Wergin begann eine Lehre als Zimmermann. Später wechselte er in den Zolldienst, wo zuletzt Leiter des Hamburger Freihafens war.

An seiner Faszination für Geschichte änderte das Berufsleben nichts. Der Heimatforscher Martin Wulf wohnte in der Nachbarschaft und förderte Wergins Interesse: „Angefangen habe ich mit Aufsätzen im ‚Waldreiter‘ über Herrenhäuser in Stormarn“. Lange her: Seit 30 Jahren ist es Wergin, der den „Waldreiter“ für Großhansdorf schreibt und gestaltet. Noch länger ist er im Vorstand des Heimatvereins, wo er Vorsitzender in Großhansdorf war und stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband ist.

Die Wandergruppe im Heimatverein betreut er seit 30 Jahren. Einmal im Monat geht es in die Natur, einmal im Jahr für eine Woche weiter weg. „Zuletzt waren wir im Spreewald.“ Und die Tagesfahrt, die seit mehr als 30 Jahren die Raiba sponsort, organisiert er ebenfalls.

Für das Stormarner Jahrbuch, das der Heimatbund seit 1981 herausgibt, obliegt Wergin gemeinsam mit anderen die Schriftleitung, und natürlich schreibt er auch dafür. Gut 20 Jahre war er Sprecher für den Stormarner Schriftstellerkreis, hat Bücher (mit)geschrieben und herausgegeben wie „Blicke ins Stormarner Land“, „Großhansdorf erzählt“ oder „Kreisgeschichte in Bildern und Kurzerzählungen“, ebeso ein „hübsches, kleines Büchlein über die Halligen“ oder eine Kulturgeschichte holländischer Fliesen.

Und weil Geschichte und Schriftstellerei seine Leidenschaften sind, betreut im Stormarner Dorfmuseum die Hermann Claudius-Sammlung und bietet Führungen an. „Wir sind überall ältere Herrschaften“, sagt der Großhansdorfer über seine zahlreichen Ehrenämter. Für den „Waldreiter“ sucht er einen Nachfolger, und im Vorstand des Heimatbunds sei „nach 30 Jahren auch mal Zeit, dass sich was ändert.“

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