zur Navigation springen

Ahrensburger Kirchenstreit : Jetzt sind Andachten unerwünscht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wiedereröffnung der Johanneskirche, aber der Förderverein darf sonntagvormittags nicht einladen

Kurz vor der erkämpften Wiedereröffnung der St. Johanneskirche ist die Stimmung zwischen der Kirchengemeinde und dem Förderverein auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Der Kirchengemeinderat hat ein neues Gesamtkonzept für Gottesdienste ab Ostern beschlossen. Derzufolge wird am zweiten, dritten und vierten Sonntag um 9.30 Uhr in der St. Johanneskirche gepredigt.

„Im Vertrag stehen zwei Gottesdienste“, sagt Hans-Peter Hansen, Vorsitzender des Fördervereins, „ich habe schon Einspruch erhoben.“ Gemeinderats-Vorsitzende Anja Botta sieht das etwas anders: „Im Vertrag heißt es, in der Regel zwei im Monat. Das sind im juristischen Sinn mindestens zwei Gottesdienste.“

Das ist aber nur der erste Teil. Nach dem neuen Konzept wird es an Sonn- und Feiertagen um 11 Uhr Gottesdienste in der Schlosskirche geben. Um 9.30 ist am ersten und – wenn es ihn gibt – auch am fünften Sonntag im Monat der Kirchsaal Hagen Predigtstätte. Darüber hinaus, heißt es in der Regelung „finden am Sonntagvormittag keine Andachten und/oder gottesdienstähnlichen Veranstaltungen in den Räumen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Ahrensburg statt.“ Das hatte sich der Förderverein anders gedacht. Schon dass die Wieder-Eröffnung der Kirche am Ostersonntag durch Propst Hans-Jürgen Buhl erfolgt, war beim Förderverein auf wenig Gegenliebe gestoßen: Man hätte es lieber selbst gemacht. Dass die Andachten, die seit fast einem Jahr Sonntagsvormittags vor der Kirche stattfanden, trotz Nutzungsvereinbarung nicht in die Kirche verlegt werden dürfen, scheint bei den Vereinsmitgliedern noch nicht angekommen zu sein.

„Wir haben es schriftlich genau so mitgeteilt“, sagt Anja Botta. In der Nutzungsvereinbarung stehe, dass Laienandachten möglich sind. Das sei keine Zusage, erst recht nicht zeitlich. Botta: „Wir haben die Verantwortung für die Gesamtgemeinde. Wenn Gottesdienste angeboten werden, gibt es keinen Grund für parallele Laienandachten.“ Die würde man als besondere Formen gemeindlichen Zusammenkommens zwar begrüßen – aber eben nicht zur selben Zeit.

Hansen hält es dagegen für selbstverständlich, dass die Sonntagsandachten vor St. Johannes in die Kirche verlegt werden, wenn sie wieder genutzt werden kann. „Im Entwurf hieß es zunächst ja, dass es keine Laienandachten in St. Johannes geben soll. Das haben wir mit Vehemenz rausgebracht. Wir haben im Förderverein ja sogar pensionierte Pastoren, die die Regeln der nordelbischen Kirche kennen.“

„Ich verstehe, dass in St. Johannes eine besondere Gemeinschaft entstanden ist, aber wir wollen, dass sich alle als Teil der Gesamtgemeinde begreifen. Mit der Regelung soll erreicht werden, dass es auch für von außen kommende Menschen ein klar erkennbares und verlässliches Angebot an Gottesdiensten am Sonntagmorgen gibt“, sagt Anja Botta. Laienandachten seien Sonntagnachmittag und -abend sowie an allen Wochentagen möglich.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen