Bad Oldesloe : Jetzt müssen Profis ran

Kritische Blicke von den Profis in der TMS-Aula.
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Kritische Blicke von den Profis in der TMS-Aula.

Aufführungen in städtischen Räumen sind nur noch mit Veranstaltungstechnikern zulässig. Das kostet die Stadt 100 000 Euro jährlich.

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24. Januar 2018, 06:00 Uhr

Ein Schulmusical ausschließlich von der Technik-AG betreut, ein Konzertabend schnell auf die Beine gestellt und durchgeführt – das ging jahrelang in der Aula der TMS oder der Festhalle, die an die Ida -Ehre-Schule angrenzt. Doch nach einem Blick in die Vorschriften sind diese Aktionen rechtlich heikel. „Es handelt sich um städtische Räume, und natürlich müssen wir darauf achten, dass da alles professionell abläuft. Das heißt bei Räumen mit mehr als 200 Sitzplätzen, dass die Versammlungsstättenverordnung penibel eingehalten werden muss“, erklärt Oldesloes Kulturchefin Inken Kautter. Auch für kleinere Räume gebe es strenge Vorschriften.

Aufgefallen war das, als Kautter feststellte, dass für das Kub ein professioneller Veranstaltungstechniker benötigt wird. Eigentlich wollte sie dafür eine Stelle in der Stadtverwaltung schaffen. Stattdessen wurden 100 000 Euro durch die Politik freigegeben, um externe Profis zu beauftragen. Die Ausschreibung gewann die Ahrensburger Firma „Sound und Light Service“. Neben dem Kub ist das Unternehmen für die Festhalle, alle Schulen und die Stormarnhalle zuständig.

Gemeinsam machten sich Kautter und das Team um SLS Chef Sven Runge ein Bild von den Gegebenheiten. „Wir wollen niemanden gängeln, auch wenn wir wissen, dass das von manchen so wahrgenommen wird. Das Mindeste ist, dass wir uns in unseren Räumen streng an die Gesetze halten, wie wir es von anderen Veranstaltern knallhart einfordern“, so Kautter.

Zuerst muss das Inventar analysiert werden. „Wir schauen, ob die jährlichen Wartungen durchgeführt wurden. Wurde durch die Nutzer Buch über die Technik geführt, wem gehören überhaupt manche Einrichtungen, sind sie ordnungsgemäß angebracht und in gutem Zustand?“, erklärt SLS-Chef Runge: „Wir werden genau hinschauen, dass das alles rechtlich in Ordnung und sicher ist“, so Runge.

Besorgt blickten die Profis zum Beispiel auf einige Verkabelungen oder auch Podeste, die in der Aula der TMS vor die Bühne gestellt wurden. Dadurch entsteht ein Absatz, der zu Stürzen führen könnte. „Es geht 15 Jahre alles gut und plötzlich stürzt eine Darstellerin von der Bühne und bricht sich die Hüfte oder Schlimmeres. Dann wird die Frage aufkommen, wer verantwortlich war, wer denn überhaupt so einen Aufbau genehmigt hat“, erklärt Kautter: „Ganz klar ist, dass diese Maßnahme kein Luxus ist und auch kein Kontrollwahn. Wir bemühen uns lediglich darum, dass Gesetze eingehalten werden.“

Insgesamt geht Kautter von 260 zu betreuenden Veranstaltungen im Jahr aus. An dem Weg, wie Schulen ihre öffentlichen Veranstaltungen mit der Stadt abstimmen und sie an SLS melden, wird gearbeitet. „Wir müssen uns einen Überblick über alles verschaffen. Dann können wir auch konkret sagen, wo in Sachen Ausstattung und Sicherheit nachgebessert werden muss. Natürlich kann es im Extremfall dazu kommen, dass wir als Profis mal sagen müssen, dass eine Veranstaltung so nicht stattfinden kann, aber das soll die absolute Ausnahme sein“.

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