„Jetzt keine schnellen Vorurteile ziehen“

Die Grünen-Politiker Konstantin von Notz (links) und Jürgen Trittin gaben gestern im Ahrensburger Gewerbegebiet eine improvisierte Pressekonferenz zu den Terror-Razzien und Verhaftungen.
Die Grünen-Politiker Konstantin von Notz (links) und Jürgen Trittin gaben gestern im Ahrensburger Gewerbegebiet eine improvisierte Pressekonferenz zu den Terror-Razzien und Verhaftungen.

Jürgen Trittin und Konstantin von Notz nehmen zu Terror-Fällen in Stormarn Stellung

shz.de von
14. September 2016, 16:13 Uhr

„In Deutschland gibt es schätzungsweise 100 Gefährder, aber die wenigsten sind Flüchtlinge“, sagte gestern der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin und appellierte zugleich an die Menschen, jetzt keine schnellen Vorurteile zu ziehen.

Einen Tag nach den Verhaftungen von drei mutmaßlichen IS-Anhängern in Ahrensburg, Großhansdorf und Reinfeld nahmen Trittin und Dr. Konstantin von Notz (MdB, Grüne) im Rahmen eines Firmen-Besuchsprogramms in Ahrensburg die Gelegenheit wahr, sich zu dem Geschehen zu äußern. „Die Durchsuchungen und Verhaftungen in Schleswig-Holstein zeigen, dass die von Terroristen ausgehenden Gefahren auch in Deutschland real und ernst zu nehmen sind“, sagte von Notz und wies zugleich kritische Stimmen zurück, die sich gegen die Überwachungsbehörden richten. „Alle drei jungen Männer waren registriert und sind nicht im Zuge der Flüchtlingsströme illegal eingereist. Der Zugriff am Dienstag hat gezeigt, dass eine gute und zielgerichtete Arbeit der Polizeibehörden den besten Schutz bietet.“

Jürgen Trittin verschwieg allerdings auch nicht die Probleme, die es nach wie vor bei der Überwachung terrorverdächtiger Personen gebe, „es gibt zum Beispiel keinen einheitlichen Gefährderbegriff“, so Trittin. Natürlich seien solche Verhaftungen ein Thema, um in der Bevölkerung die Angst vor Flüchtlingen zu schüren, „aber das spielt doch nur den Rechten in die Karten“, betonten Trittin und von Notz unisono.




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