„Jetzt dürfen wir alle nicht nachlassen“

Musicalmacher spenden 4000 Euro an Ahrensburger Flüchtlingshelfer

shz.de von
02. März 2017, 17:25 Uhr

Stolz hielten Hauke Wendt (Musical Creations) und Axel Fricke (Freundeskreis für Flüchtlinge ) den Scheck in die Kamera. 4000 Euro erspielte die aktuelle Ausgabe der „24 Stunden Musicals“ in Ahrensburg, die Hauke Wendt gemeinsam mit seiner Frau Jacqui Dunley-Wendt zum dritten Mal auf die Beine gestellt hatte. Internationale Musicalstars hatten in Ahrensburg in nur 24 Stunden vier kurze Musicals erarbeitet und auf die Bühne gebracht.

Rund 400 Zuschauer kamen in den Alfred-Rust-Saal. „Wir haben nur noch einige Kosten, wie die Unterbringung, aber auch die ist dank unseres Sponsors Park-Hotel günstiger“, so Wendt. Der Gewinn floss jetzt in die Spende an den Freundeskreis. „Neben dem künstlerischen Gewinn für Ahrensburg freue ich mich besonders über den sozialen Zweck der damit verbunden ist“, erklärt Bürgermeister Michael Sarach, der als Schirmherr die Spendenübergabe als Gelegenheit sah, generell auf die Flüchtlingshilfe in Ahrensburg einzugehen.

„Es ist ruhiger geworden in der Öffentlichkeit, weil die großen Ströme abgeebbt sind. Was jetzt stattfindet, passiert eher im Hintergrund. Es geht zum Beispiel um Familiennachzug und ähnliche Dinge“, so Sarach. „Bis auf die Unterkünfte am Kornkamp sind unsere Unterbringungsmöglichkeiten komplett ausgeschöpft. Das war immer unsere Notreserve, aber ich denke, wir werden auch diese bald vollständig belegt haben. Neue Unterkünfte werden also sicherlich noch ein Thema“, erwartet der Bürgermeister.

„Wir sind sogar noch ein wenig im Minus, wenn wir die Zahlen zu Grunde legen, wie viele Flüchtlinge wir nach Plan bisher hätten aufnehmen sollen. Die neuesten Zahlen aus Kiel besagen, dass wir dieses Jahr nicht mit weniger Zuweisungen zu rechnen haben als 2016“, mahnte der Verwaltungschef Mehr als 400 Geflüchtete würden zurzeit in Ahrensburg leben, so Sarach.

„Wir bedanken uns für die tolle Spende. Für uns ist es auch wichtig, dass wir weiterhin genug Paten haben. Das ganz große Interesse an der Flüchtlingshilfe hat leider etwas abgenommen. Wir verlieren einzelne Paten aus privaten Gründen, gewinnen aber kaum welche hinzu“, sagte Axel Fricke vom Freundeskreis. Die Aufgaben in der Betreuung hätten sich verschoben. Ging es zunächst um erste Schritte – „Wo ist der Supermarkt?“ oder „Wie komme ich zum Rathaus?“ gehe es jetzt häufig um juristische Fragen, Asylverfahren oder auch die Integration in den Arbeitsmarkt. „Die Zusammenarbeit von Ehrenamt und Hauptamt läuft von Anfang an sehr gut. Wir dürfen jetzt nur alle nicht nachlassen bei der Flüchtlingshilfe“, so Sarach.

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