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Ahrensburg : „Jetzt darf ich Aufgaben verteilen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Axel Strehl ist neuer Landespräsident der Dehoga. Das Stormarner Tageblatt spricht mit ihm über Aufgaben und Vorstellungen.

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 13:47 Uhr

Stormarn ist nicht gerade die touristische Hochburg im Land zwischen den Meeren, ein Stormarner ist aber jetzt Chef der Dehoga Schleswig-Holstein, in dem 2000 der rund 5300 gastronomischen Betriebe organisiert sind. Axel Strehl aus Ahrensburg löste Peter Bartsch (Heide) ab, der nach 17 Jahren nicht wieder angetreten war.

Mit 23 Jahren hatte Strehl 1986 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Er übernahm die Gastronomie im Badlantic und führte das Restaurant seiner Eltern nebenan. Zwei Jahre später übernahm er die Gaststätte komplett, die Elfriede und Bernhard Strehl 1986 eröffnet hatte. Schon in der Schulzeit hatte er gern im elterlichen Betrieb gearbeitet. In der Fischerklause in Lütjensee ließ sich Axel Strehl zum Koch ausbilden, besuchte anschließend eine private Hotelfachschule.

Der jüngere seiner beiden Söhne möchte später in die Fußstapfen seines Vaters treten. Zurzeit besucht er das Wirtschaftsgymnasium, der Ältere studiert Wirtschaftsinformatik in Kiel. Axel Strehl steht auch heute noch in der Küche, seine Frau Doris arbeitet als Restaurantfachfrau mit.

Seit mehr als 20 Jahren ist Axel Strehl Ortsvorsitzender der Dehoga in Ahrensburg, seit 2007 auch Kreisvorsitzender. Das Amt hat er aber abgeben, um sich auf die Aufgaben als Präsident für den Landesverband zu konzentrieren. Für Tourismus bleibt Strehl aber zuständig. Das Stormarner Tageblatt sprach mit dem 52-jährigen Vollblut-Gastronomen über seine Aufgaben und Vorstellungen:

Haben Sie jetzt noch weniger Zeit, weil sie im Land unterwegs sein müssen?

Ich war vorher ja schon Vizepräsident und Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie. Da weiß man, was auf einen zukommt. Schleswig-Holstein ist ja nicht so groß – ich komme immer nach Ahrensburg zurück. Und in meinen Betrieb wird sich grundsätzlich nichts ändern. Die Dehoga-Sachen passieren montags, dienstags und mittwochs. Und das auch nicht zu Saisonzeiten – da will uns niemand sehen. Der große Vorteil, den ich als Präsident habe, ist: Jetzt darf ich Aufgaben verteilen.

Was sind ihre Ziele als Präsident?

Mir macht es Freude, für unsere dienstleistungsintensiven Betriebe zu arbeiten und auch zu kämpfen. Ich möchte die Dehoga als Interessenvertretung von Hotellerie und Gastronomie weiter stärken. Junge Kollegen müssen wir früher abholen und bieten deshalb Hilfe bei Existenzgründung und Betriebsübernahme an. Nichtmitglieder wollen wir durch eine gezielte Ansprache überzeugen, unserem Verband beizutreten. Nur in der Gemeinschaft sind wir durchsetzungsstark.

Findet die Gastronomie noch genug Personal? Rund 1000 Lehrstellen sind zurzeit noch unbesetzt.

Es ist ein Problem, das nicht nur wir, sondern alle Dienstleister haben; das Handwerk auch. Für die Berufswahl ist entscheidend, dass man sich einen Beruf sucht, der einem Spaß macht. Unsere Azubis absolvieren alle vorher ein Praktikum, damit sie wissen, was auf sie zukommt. Wir haben zurzeit zwei Auszubildende. Von unseren acht festen Mitarbeitern sind die meisten über 20 Jahre bei uns. Einige hatten bei mir ihre Ausbildung genossen und sind nach lehrreichen Wanderjahren zurückgekommen.

Ist der Mindestlohn eine Problem für die Branche?

Das ist ein Problem bei Schülern und Studenten über 18 Jahre. Für die Betriebe sind das 11,50 Euro pro Stunde tatsächliche Kosten – für einen Ungelernten! Durch den Mindestlohn werden wir zudem höhere Preise bei den Zulieferern erleben, so dass auch bei uns die Preise steigen müssen. Viel schlimmer finde ich aber die gleichzeitig beschlossene Aufzeichnungspflicht. Wir müssen jede Stunde dokumentieren! Da kommt das nächste
Bürokratiemonster auf uns zu.

Als Präsident vertreten sie ja jetzt die Interessen der Betriebe gegenüber der Landespolitik.

Meine Stärke liegt in der Vermittlung bei konträren Standpunkten. In Stormarn haben wir es mit Politik und Verwaltung immer hinbekommen, einen gemeinsamen Weg zu finden, zuletzt im Tourismus-Managemant. Man sollte miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.

Apropos Stormarn: Wie beurteilen sie das gemeinsame Tourismus-Management mit dem Herzogtum Lauenburg?
Das ist sehr positiv. Wir haben das Potenzial, und zum Sommer starten wir durch. In Hamburg boomt der Städtetourismus, die Menschen sind also da. Wir müssen die passenden Angebote schaffen und das Produkt dann bei den die Leuten bekannt machen. Das kann ein Golf-, Reit-, Fahrrad-, Natur- oder Kulturwochenende sein, die Menschen müssen aber wissen, dass es in Stormarn so etwas gibt. Und man muss die Angebote einfach finden und buchen können.

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