Bargteheide : Jenseits von richtig und falsch

Stießen an: Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht und Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth.
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Stießen an: Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht und Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth.

Hunderte Besucher kamen zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Bargteheide ins Ganztagszentrum.

shz.de von
14. Januar 2018, 21:45 Uhr

Das Ganztagszentrum platzte aus allen Nähten, „Jim’s Bar“ mixte alkoholfreie Cocktails, während Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht und Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth ihre Neujahrsansprache mit einem kräftigen Schluck aus ihren Sektgläsern abschlossen – Business as usual in Bargteheide zum Start in das neue Jahr. Der städtische Empfang ist eine liebgewonnene Tradition, die sich unter Werner Mitsch und Henning Görtz zu einem Ereignis entwickelte.

Während Mitsch und Görtz mit Bürgervorsteher Horst Kummereinke eher mi ungeahntem komödiantischen Talent auf so manchen augenzwinkernden Kommentar setzten, standen bei Kruse-Gobrecht und Harmuth – wie schon im Vorjahr – eher Fakten im Vordergrund einer kürzeren Ansprache.

Beide Rednerinnen gedachten 2017 verstorbenen, prominenten Bargteheidern wie Pastor Kay Süchting oder Stadträtin Helga Claussen. Der Blick zurück ging auch in Richtung besonderer Ehrungen, Jubiläen oder des Stadtfests bei dem Vereine und Verbände involviert waren, deren Vertreter zu den zahlreichen Besuchern im Ganztagszentrum gehörten. Eines der wichtigen kulturellen Themen wurde mit der Unterzeichnung des Treuhandvertrags zwischen der Stadt und dem neuen Trägerverein „Kleines Theater“ zumindest gestreift. Auch der Wechsel in der Feuerwehrführung von Wolfgang Schramm auf Hinnerk Bielenberg war nochmal Thema. Bei aller eher nüchternen Präsentation waren Harmuth und Kruse-Gobrecht bemüht, die positive Botschaften in den Mittelpunkt zu stellen.

Dass die Stadt Bargteheide allerdings erstmalig – wenn auch noch schuldenfrei – keinen beschlossenen Haushalt für das laufende Jahr hat, verschwieg die Bürgermeisterin trotzdem nicht. „Wir gehen aber davon aus, dass seitens der Kommunalpolitik der Haushalt zeitnah beschlossen wird“, so die Verwaltungschefin.

Zahlreiche Projekte stehen vor der sprichwörtlichen Tür. Birte Kruse-Gobrecht nannte den Neubau der Feuerwehrwache, die Gestaltung des Bahnhofsumfelds sowie Schaffung von bezahlbaren Wohnraum im Stadtgebiet. „Außerdem liegt uns die Schulentwicklung besonders am Herzen“, sagte Cornelia Harmuth. Weitere Themen seien die Mobilität, der demografische Wandel und die professionelle Auseinandersetzung mit einer Bachelor-Arbeit rund um die mögliche Entwicklung Bargteheides. Für das Zukunftsprojekt „Ökologischer Stadtteil am Krögen“ soll 2018 der erste Spatenstich erfolgen.

Ein wichtiges, politisches Datum sei natürlich der 6. Mai, wenn Stormarns Bürger dazu aufgerufen sind, neue Kommunalvertretungen und einen neuen Kreistag zu wählen. Zum Zitat des Jahres für ihre Stadt kürten die beiden Rednerinnen einen Satz, der einem persischen Dichter und Sufi-Mystiker des 13. Jahrhundert zugeschrieben wird: „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ Für den gelungenen musikalischen Teil sorgten der Chor der Dietrich-Bonhöffer Schule sowie Sänger Nico Rosseburg mit Bendix Wussow an der Gitarre.

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