Achtung: Kontrolle! : Jeder zweite Lkw ist mit Mängeln unterwegs

Marc Fischer bei der Kontrolle eines Lkw auf dem Gelände der Autobahnpolizei.
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Marc Fischer bei der Kontrolle eines Lkw auf dem Gelände der Autobahnpolizei.

Mehr als 8611 Lastwagen wurden vom Oldesloer Autobahnrevier 2013 in Augenschein genommen, mehr als die Hälfte hatte Beanstandungen.

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24. März 2014, 12:00 Uhr

„Das sind nicht mehr als Nadelstiche“, sagt Horst Meins. Der Polizist gehört zu den Beamten des Oldesloer Autobahnreviers, die sich auf Lkw-Kontrollen spezialisiert haben. Rund 80 000 Fahrzeuge sind täglich auf der A 1 zwischen Hamburg und Lübeck unterwegs, rund 10 000 davon sind Lastwagen. Und die Kontrolle eines einzigen Lkw dauert 30 Minuten oder mehr. Und vorher muss er natürlich noch von der Autobahn zur Wache an der Abfahrt Oldesloe gelotst werden.

Welche Lkw ausgesucht werden, ist „Erfahrungssache“, sagt Jürgen Pees (kl. Foto), der im – wie es korrekt heißt – Autobahn- und Bezirksrevier Bad Oldesloe den 40 Mann starken Fachdienst für die Autobahnen leitet. Die Oldesloer gehören wie das Revier Mölln zur Direktion Ratzeburg, die mit A 1 ab, A 20, A 21, A 24 und A 25 für rund 40 Prozent des Autobahnnetzes in Schleswig-Holstein zuständig ist.

1389 mal krachte es im vergangenen Jahr auf den Autobahnen, 209 mal waren Fahrzeuge im Güterverkehr daran beteiligt, wozu auch die Sprinter gehören. Auch wenn der Anteil der Lkw nur bei 15 Prozent liegt, so sind die Unfälle meistens schwerwiegender und haben nicht selten eine Sperrung einer oder mehrerer Spuren zur Folge.

„Deshalb ist die Schwerlastkontrolle ein absoluter Schwerpunkt“, sagt Pees, „der Lkw-Verkehr ist in den letzten Jahren deutlich mehr geworden und wird noch weiter zunehmen.“

Mehr als 8611 Lastwagen wurden 2013 in Augenschein genommen, in mehr als der Hälfte der Fälle (4417) gab es Beanstandungen. Fast jeder vier Fahrer (23 Prozent) hatte die Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. Das lässt sich schnell auslesen. Der Verstoß kann allerdings schon Wochen her sein: 29 Tage speichern die Fahrerkarten diese Daten. Das kostet dann ein Bußgeld, die Weiterfahrt wird aber nur untersagt, wenn der Verstoß aktuell ist.

Insgesamt haben die beiden Reviere 1452 Fahrer vorläufig aus dem Verkehr gezogen. Das sind 43 Prozent aller Fälle in Schleswig-Holstein. Hauptgrund für die Untersagung der Weiterfahrt sind allerdings nicht die Lenk- und Ruhezeiten sondern immer noch Verstöße gegen die Ladungssicherung. „Auch wenn sich durch verstärkte Kontrollen und deutlich gestiegene Bußgelder in den letzten Jahren bereits viel getan hat“, sagt Horst Meins. „Wenn bei einer Vollbremsung die Ladung ins Rutschen gerät, hat das oft fatale Folgen. Ganz abgesehen davon, dass das Fahrzeug dann auch nicht mehr beherrschbar ist“, sagt Jürgen Pees. Deshalb unterstützt er ebenso wie Direktionsleiter Holger Meincke die Forderung, dass auch Sprinterfahrer, die gewerblich unterwegs sind, in punkto Ladungssicherung und Fahrzeug-Beherrschung geschult werden. Bislang reicht der ganz normale Führerschein.

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