Im Gespräch : „Jeder will uns schlagen“

SVE-Trainer Sebastian Harms will sich mit seinem Team in der Verbandsliga etablieren.
SVE-Trainer Sebastian Harms will sich mit seinem Team in der Verbandsliga etablieren.

Sebastian Harms, Coach der Fußballerinnen des SV Eichede, spricht über den Verbandsliga-Aufstieg, Ziele für die Zukunft und die aufkommende Euphorie im Umfeld.

shz.de von
14. Juni 2014, 07:00 Uhr

Fünf Jahre lang arbeitete Sebastian Harms (Foto), Trainer der Frauenfußballmannschaft des SV Eichede, auf den Aufstieg in die Verbandsliga hin. Mit einem 3:1 (3:1) im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde gegen Hagen Ahrensburg II wurde das Ziel erreicht. Wir sprachen mit dem SVE-Coach nach dem Triumph.

Sebastian Harms, wie groß ist die Erleichterung nach dem wichtigen Sieg?

Enorm groß; es war ein langer Weg. Mehrfach waren wir kurz davor, und dann hat es doch nicht geklappt. Auch dieses Mal hätte es noch passieren können, dass es nicht reicht – nämlich dann, wenn wir das letzte Spiel in der Saison verloren hätten. Das darf man sich gar nicht vorstellen. Durch die Regelungen der Aufstiegsrunde hätte es also sein können, dass wir mit nur einer Niederlage aus 30 Spielen nicht aufsteigen, obwohl wir Meister wurden.

Ihre Mannschaft wirkte in beiden Aufstiegsspielen deutlich überlegen. Was macht das Team so stark?

Es ist der perfekte Zusammenhalt. Wir haben eine gesunde Hierarchie und jede läuft für die Nebenspielerin. Wir haben keine Egoistenprobleme. Außerdem haben manche Spielerinnen, die schon viele Jahre bei uns spielen, große Sprünge in ihrer Entwicklung gemacht.

Mit Claudia Wenzel, den beiden Rudolf-Schwestern und Svenja Fritz hat die Mannschaft aber durchaus herausragende Spielerinnen.

Sie sind – genau wie andere – tolle Spielerinnen. Aber so wie in Ahrensburg hat man gesehen, dass es dann zum Beispiel eben auch mal ohne Svenja funktioniert. Das Team ist von keiner Einzelperson abhängig.

Der SV Eichede ist aktuell erfolgreichster Stormarner Verein im Männerbereich. Möchten Sie dort mit den Frauen auch hin?

Wir gehen das ganz langsam an, manchmal muss man auch auf die Euphoriebremse treten. Wir wollen uns zunächst in der neuen Liga etablieren. Wenn wir so auftreten wie jetzt, sehe ich da auch keine Probleme. Wir haben einen guten Kader und werden ihn hier und da noch gezielt erweitern.

Glauben Sie, dass andere Teams besonders auf den SVE schauen, weil Sie nun in die Phalanx der erfolgreichen Stormarner Frauenfußballteams einbrechen?

Wir steigen unbesiegt auf, dazu kommt der Name SV Eichede. Jeder wird uns schlagen wollen und vielleicht nochmal ein paar Prozent mehr geben. Das ist uns bewusst. Wir wollen aber auch jedes Spiel gewinnen.

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