Jeder tut Buße

Pastor Erhard Graf.
Pastor Erhard Graf.

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von
14. November 2016, 09:17 Uhr

Haben Sie schon einen Bußgeldbescheid bekommen? Wegen Falschparken oder weil Sie geblitzt wurden? Ja. Dann haben Sie sicher den gewünschten Betrag überwiesen und wie es sich gehört Buße getan. Jedes Jahr am Buß- und Bettag werden wir daran erinnert, unsere Bußgeldbescheide zu bezahlen oder falls nicht dafür zu beten, dass niemand den Zahlungseingang überprüft.

Das glauben Sie nicht? Richtig, denn der Buß- und Bettag ist ein alter kirchlicher Feiertag. Bis 1995 war er 60 Jahre lang ein gesetzlicher Feiertag, der außer im Freistaat Sachsen abgeschafft wurde. Doch seine Bedeutung ist bis heute geblieben und wieder sehr modern. Es geht jedoch nicht um das Büßen für begangene Vergehen im Sinne von „bestraft werden“, sondern um eine Umkehr, um eine Gesinnungsänderung. In unserem Alltag schleift sich vieles ein, was nicht gut ist für unser Leben. Da ist es wichtig, einmal innezuhalten und eine Richtungsänderung vorzunehmen, damit es mir und meinen Mitmenschen wieder besser geht. Damit ich mich mit meinem Leben wieder wohl fühle. Der Buß- und Bettag ist eine gute Gelegenheit zur Versöhnung mit meinem eigenen Leben, das schnell aus den Fugen geraten kann. Der Tag ist eine gute Gelegenheit zur Versöhnung mit Mitmenschen, die meine eigene Unzufriedenheit miterleben müssen. Der Tag ist eine gute Gelegenheit zur Versöhnung mit Gott, der meinem Leben einen Sinn und eine Richtung gibt, die mir vielleicht nicht gefällt.


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