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Trainerentlassung : Jakobsen-Aus: „Die Chemie hat nicht mehr gestimmt“

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fußball-SH-Ligist SSC Hagen Ahrensburg trennt sich am Montag nach der 0:4-Niederlage beim TSV Kropp von Trainer Jan Jakobsen, der dafür Verständnis zeigt. Neuer Coach ist Michael Schmal.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 12:02 Uhr

Seinen Humor hat er nicht verloren: „Jetzt kann ich zumindest ganz viel arbeiten, ohne schlechtes Gewissen, dass ich nicht zum Training kommen kann.“ Wüsste man es nicht besser, man könnte den Eindruck gewinnen, Jan Jakobsen sei nicht ein paar Stunden vor diesem Satz als Trainer des Fußball-SH-Ligisten SSC Hagen Ahrensburg entlassen worden. Doch die Verantwortlichen der Stormarner um Spartenleiter Günter Feigl sahen sich angesichts der Negativserie von acht Ligaspielen ohne Sieg zu diesem Schritt gezwungen. Am Montag haben sie Jakobsen ihre Entscheidung mitgeteilt. Das 0:4 beim TSV Kropp am Sonnabend hatte den letzten Ausschlag gegeben.

„Wenn ich auf die Tabelle schaue, dann verstehe ich, dass der Verein handelt. Das ist der letzte Weckruf an das Team“, sagte Jakobsen. Der SSC steht nach 14 Partien – und einem Drei-Punkte-Abzug, weil der Club nicht genügend Schiedsrichter stellt – auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bereits in den vergangenen zwei Wochen habe es Gespräche gegeben, der Druck von außen habe auch zugenommen. So sei bei Feigl laut Jakobsen unter anderem eine SMS eingetrudelt: Der Trainer müsse entlassen werden, weil er keine Ahnung von Fußball habe. Davon hat sich Feigl freilich nicht beeinflussen lassen. Eher schon von Gesprächen mit dem Mannschaftsrat. „Wir stellen Jan Jakobsens Fachkompetenz nicht in Frage. Aber die Chemie zwischen Team und Trainer hat nicht mehr gestimmt“, verriet Feigl die Quintessenz dieser Gespräche. Ob sich der Mannschaftsrat also gegen den Trainer ausgesprochen habe? „Wer will, kann das so interpretieren“, sagte Feigl. Auch Jakobsen habe bereits über einen Rücktritt nachgedacht. „Ich wollte das Spiel gegen Meldorf abwarten und schauen, wie sich die Situation entwickelt“, erklärte der Ex-Coach: „Insgesamt erfährt die Mannschaft einfach wenig Unterstützung aus dem Verein. Es gibt keinen Betreuer, keinen Physiotherapeuten, Training ist nur auf einem halben Platz möglich – so kann man eine Mannschaft nicht weiterentwickeln“, kritisierte Jakobsen, der bereits einen Nachfolger hat: Michael Schmal, bislang verantwortlich für die A-Jugend, wird sein Amt übernehmen. Er kennt viele Spieler noch aus seiner Zeit als Juniorencoach. „Mit dem Trainerwechsel nehmen wir die Mannschaft in die Pflicht“, erklärte Feigl: „Wir sind überzeugt, mit Michael Schmal die Klasse zu halten.“

Das war in der vergangenen Saison auch Jakobsen gelungen. Der Däne hatte damals zu Saisonbeginn den SH-Liga-Aufsteiger übernommen und den erklärten Abstiegskandidaten Nummer eins souverän zum Klassenerhalt geführt.

Nach seiner Entlassung plant der 40-Jährige bereits für die Zeit ohne Engagement. „Im Februar werde ich die Trainer-A-Lizenz machen. Vielleicht mache ich auch noch Urlaub“, so Jakobsen, der sich aber auch ohne Auszeit sofort einen neuen Trainerposten vorstellen kann. Vielleicht sogar in der Nachbarschaft? Der SV Eichede II sucht im Abstiegskampf der SH-Liga noch einen Nachfolger für Gerd Dreller. Wäre das eine Option für Jakobsen? Der Däne hält sich bedeckt: „Kein Kommentar.“

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