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Freisprechung : Jahrgangsbeste im „Männerberuf“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

34 Kraftfahrzeugmechatroniker meisterten ihre Prüfung und wurden jetzt freigesprochen. Jahrgangsbeste wurde trotz verkürzter Lehrzeit Marlene Sprick. Ein 59-Jähriger erhilt ebenfalls seinen Gesellenbrief.

34 Stormarner Kraftfahrzeugmechatroniker haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Die Freisprechung feierte die Stormarner Kfz-Innung im Bargteheider Schützenhof. Zwei ungewöhnliche Absolventen ergriffen dabei das Wort. Marlene Sprick und Horst Hübner berichteten über ihre Erfahrungen während der Ausbildung. Marlene Sprick schloss trotz verkürzter Lehrzeit als Jahrgangsbeste in einem „Männerberuf“ ab, Horst Hübner erhielt als 59-jähriger Späteinsteiger in den Beruf noch sein Gesellenzeugnis.

„Zwei Sätze habe ich oft gehört“, sagt Marlene Sprick: „Wie bist du als Frau auf diese Berufsidee gekommen?“ Und: „Du hast dir das ausgesucht, da musst du jetzt durch. Wir sind hier im Handwerk.“ Nach dem Abitur wollte sie ursprünglich gleich Technik studieren, doch ein Praktikum in ihrem Ausbildungsbetrieb hatte sie überzeugt. „Allein unter Männern zu sein, war nicht so einfach. Manche Gespräche hätte ich lieber nicht gehört“, gibt Marlene Sprick unumwunden zu.

Horst Hübner hatte nach drei Jahrzehnten Arbeit vor der PC-Tastatur in einer Versicherung die Nase voll davon: „Ich wollte abends mal sehen, was ich tagsüber geschafft habe.“ Dass der Betrieb in Lütjensee ihn als Auszubildenden aufnahm, sei für ihn wie eine Oscar-Verleihung gewesen. „Es war eine interessante und aufregende Lehrzeit.“ Sein Fachwissen möchte er nicht nur für den Rest seines Berufslebens nutzen: „Danach möchte ich mit meiner Liebsten irgendwo fernab jeder Werkstatt wohnen, dort wo immer die Sonne scheint.“

„Wir haben wieder über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet“, sagte der Vorsitzende der Prüfungskommission, Björn Felder. Aber alle Absolventen hätten einen Job gefunden, es gebe viele offene Stellen. Bemerkenswert sei, dass die weiblichen Azubis immer die besseren Noten erzielten. Und dass ihre männlichen Kollegen nicht den Ehrgeiz hätten, sie darin zu übertreffen.

34 von 38 angetretenen Kandidaten haben ihre Gesellenprüfung bestanden. „Ich hoffe, einige von ihnen später als Lehrkräfte an der Berufsschule zu sehen“, so ihr Klassenlehrer Frank Nölker. Auch dort gebe es einen Fachkräftemangel.








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