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Stormarner Tageblatt

18. August 2017 | 07:13 Uhr

Anklage : Jahrelang seine Kinder missbraucht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Sühlener soll sich in den Jahren von 1992 bis 2002 regelmäßig an seinen Kindern vergangen haben, jetzt kam es zur Anklage in sieben Fällen, weil die anderen verjährt sind. Zum ersten Gerichtstermin musste der in Göttingen wohnende 47-Jährige von der Polizei abgeholt werden.

Langes Warten auf den Angeklagten vor dem Lübecker Amtsgericht: Hendrik L. (47) werden 14 Fälle von Kindesmissbrauch vorgeworfen, die er von 1992 bis 2002 im Travenbrücker Ortsteil Sühlen und in Henstedt-Ulzburg begangen haben soll. Sieben Missbrauchsfälle sind jetzt angeklagt, die restlichen sind schon verjährt.

Zur Verhandlung war der Sühlener nicht erschienen. Das Gericht schickte Polizeibeamte zu seiner Wohnung. Was dauerte, denn Hendrik L. wohnt mittlerweile in Göttingen. Dreieinhalb Stunden war der Angeklagte in Handschellen und in vier verschiedenen Polizeiwagen unterwegs, bis am Nachmittag endlich die Verhandlung im Amtsgericht Lübeck beginnen konnte.

Ungepflegt und heruntergekommen saß der 47-Jährige der Anklagebank. Ein Mann, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Er habe nicht kommen können, weil er das Schreiben nicht erhalten und außerdem kein Geld für die Fahrt habe. In dem heruntergekommenen fünfstöckigen Wohnblock im sozialen Brennpunkt der Stadt – ehemals ein Studentenheim – käme auch gerne mal etwas weg, sagte er.

Zu den ihm vorgeworfenen Taten wollte Hendrik L. sich vor Gericht nach Verlesung der Anklageschrift durch den Staatsanwalt nicht äußern. Der ehemals in Travenbrück wohnhafte 47-Jährige soll seine leiblichen Kinder – zwei Jungen und ein Mädchen – immer wieder zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Nach der Scheidung von seiner Frau lebte er im Haus seiner Eltern in Sühlen, wo er sich bei den regelmäßigen Besuchen über das Wochenende an seinen Kindern vergangen haben soll. Auch die Tochter seiner späteren Lebensgefährtin soll er missbraucht haben. Das jüngste Opfer war erst sechs Jahre alt.

Die Anwältinnen seiner beiden Söhne beantragten zur Zeugenvernahme der Geschädigten den Ausschluss der Öffentlichkeit. Richterin Helga von Lukowicz gab dem statt. Weitere vier Verhandlungstage sind angesetzt, zu denen der Angeklagte pünktlich zu erscheinen versprach. Es sind diverse weitere Zeugen geladen, denen durch das Schweigen des mutmaßlichen Kinderschänders detaillierte Aussagen zum Geschehen sicher nicht erspart bleiben werden. Erst Jahre nach den mutmaßlichen Taten haben die Opfer den Mut gefunden, ihr Schweigen zu brechen, so dass es nun doch noch zu einer Verhandlung kommt.

 

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erstellt am 21.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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