Jäger fordern Wildbrücke über die A1

Der Vorsitzende der Kreisjägershaft, Hans-Joachim Herrmann (rechts), Geschäftsführer Kurt Harra (Mitte)  und Kreisjägermeister Klaus Klemm wollen sich verstärkt für eine Wildbrücke an der A 1 einsetzen.
Der Vorsitzende der Kreisjägershaft, Hans-Joachim Herrmann (rechts), Geschäftsführer Kurt Harra (Mitte) und Kreisjägermeister Klaus Klemm wollen sich verstärkt für eine Wildbrücke an der A 1 einsetzen.

"Unser wichtigstes Anliegen bleibt nach wie vor der Bau einer Wildbrücke über die A1. Auch die A23 ist betroffen. Ebenso die Bundesstraße 404, die dreispurig ausgebaut werden soll." Diese Forderung hat Hans-Joachim Herrmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft (KJS), auf der Jahreshauptversammlung bekräftigt.

Avatar_shz von
20. April 2009, 10:15 Uhr

Rohlfshagen | Der Saal in der Rohlfshagener Kupfermühle war bis auf den letzten Platz besetzt. Weit über 100 Jäger hatten sich zur Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Stormarn (KJS) eingefunden, die aus sieben Hegeringe besteht.

Auf der Autobahn A1 zwischen Hamburg und Lübeck hat es immer wieder schwere Wildunfälle gegeben. Auch mit Todesopfern. Im Jahr 2007 zählte die Polizei allein auf dem Streckenabschnitt zwischen Ahrensburg und Bargteheide 21 Wildunfälle. "Die auf unser Drängen im vergangenen Jahr durchgeführte Einzäunung zwischen Ahrensburg und dem Kreuz Bargteheide reicht bei weitem nicht aus. Tiere, welche die Autobahn überqueren wollen, gelangen über die Zufahrten auf die Autobahn. Wegen der Wildschutzzäune können sie dann nicht wieder zurück in den Wald. Was passiert, wenn eine Wildschweinrotte auf die Fahrbahn gerät, ist nicht vorstellbar. Das kann zu einem Blutbad führen", befürchtet Herrmann. Deshalb sei eine Querungsmöglichkeit bei der Raststätte Buddikate, insbesondere für Großsäuger wie Rot-, Dam- und Schwarzwild, aber auch für Rehe und den Fischotter vonnöten.

Das Projekt wird nach Angaben der Kreisjägerschaft vom Kreis Stormarn unterstützt. Bei Autobahnneubauten, die Wildwechsel durchtrennen, sind Wildbrücken vorgeschrieben, bei alten Autobahnen indes nicht. Die KJS setzt große Hoffnungen für eine dem entsprechende Ergänzung auf die im Mai stattfindende Tagung der Verkehrsminister der Länder.

Die Strecke beim Rehwild ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wie Kreisjägermeister Klaus Klemm erläuterte. Insgesamt wurden 3509 Stück erlegt, im Vorjahr waren es noch 3418. Davon kamen im vergangenen Jahr im Verkehr 686 Stück zu Fall, im Jahr davor waren es 640 Stück. Die weiteren Strecken: Rotwild (16), Damwild (164), Schwarzwild (1114), das sind 127 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. 1146 Hasen (1124) und 1026 Füchse (1021) wurden zur Strecke gebracht. Als erschreckend bezeichnete Klemm auch die erhöhte Strecke des Marderhundes. Mit 126 Stück wurde die Vorjahresstrecke erneut um 26 Tiere übertroffen.

Wegen der in Niedersachsen beim Schwarzwild auftretenden Schweinepest müssen ab sofort pro Jahr 30 Blutproben bei der Veterinäruntersuchungsanstalt Schleswig-Holstein in Neumünster zur Untersuchung eingereicht werden. Darauf wies Hans-Joachim Herrmann hin.

Bei den anstehenden Wahlen wurde Jan Fritzen zum Schatzmeister der Kreisjägerschaft Stormarn gewählt. Rudolf-Christian Grunwaldt ist der neue Kassenprüfer. Bettina Merl wurde in ihrem Amt als 2. Vorsitzende bestätigt. Alle Nennungen erfolgten einstimmig ohne Enthaltungen.


Ehrungen
[] In Abwesenheit wurde Walter Klausen für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt.
[] Die Ehrungsurkunde für 50 Jahre erhielten Hans Bielfeld, Jürgen Martens, Hubert Böhm und Liephort Glanert.
[] Für 40 Jahre wurden Hans Friedrich Hoffmann, Peter Stapelfeld karl Moser und Jürgen Flägel geehrt.
[] Die Urkunde für 25 Jahre erhielten Edwin Pontow, Wolfgang Fiwek, Peter Ervens, Detlef Kapinos, Werner Behrens, Christiane von Holst und Peter Goldmann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen