Bad Oldesloe : Ja zu den zusätzlichen Stellen

Die Kreisverwaltung sollt ab nächstes Jahr weitere Personal erhalten.
Die Kreisverwaltung sollt ab nächstes Jahr weiteres Personal erhalten.

Die Fraktionen von CDU und SPD tragen den weiteren Stellenaufbau in der Kreisverwaltung mit.

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30. Oktober 2017, 05:32 Uhr

Landrat Henning Görtz hat die beiden großen Fraktionen auf deren Klausurtagungen von der Notwendigkeit neuer Stellen in der Verwaltung offensichtlich überzeugt. „Das gefällt uns nicht, aber wir sehen die Notwendigkeit, wenn heute Dinge liegen bleiben“, sagt Fraktionsvorsitzender Joachim Wagner. Ähnlich klingt es bei Reinhard Mendel von der SPD: „Man freut sich nicht, aber das muss man der Verwaltung wohl zugestehen, wenn Gesetze geändert und Aufgaben ausgeweitet werden.“

Rund ein Dutzend zusätzliche sowie sechs so genannte Status-Stellen sieht der Plan für 2018 vor. Bis 2009 hatte Stormarn Personal abgebaut, seitdem stieg die Stellenzahl in der Kreisverwaltung und den Einrichtungen von 450 auf demnächst fast 600. Nur gut die Hälfte der zusätzlichen Stellen geht zu Lasten des Kreishaushalts, die anderen sind durch Erstattungen oder Gebühren finanziert.

Leisten kann sich der Kreis das zurzeit. Weil die prognostizierten Einnahmen für dieses Jahr auf neun Millionen Euro gestiegen waren, wurde bereits beschlossen, die Kreisumlage für 2017 rückwirkend und für nächstes Jahr Um einen Punkt auf 34,5 Prozent zu senken. Städte und Gemeinden werden damit um drei Millionen Euro pro Jahr entlastet.

Die neue Steuerschätzung sagt dem Kreis Stormarn für 2018 nochmals höhere Einnahmen voraus. Der Überschuss soll um mehr als drei auf 3,6 Millionen steigen. Eine Senkung der Umlage um 1,5 Prozentpunkte, wie es einige Städte und Gemeinden schon vorher gefordert hatten, lehnen die großen Fraktionen aber weiterhin ab.

„Wir haben zwar noch keine Entscheidung getroffen, aber bei einer Senkung um 1,5 Punkte würden wir in zwei Jahren kräftig in die Miesen fahren“, sagt Reinhard Mendel. „Wir wissen noch nicht, was am 31. Dezember wirklich auf dem Zettel steht. Vielleicht ist noch ein bisschen Luft drin, aber nicht nur wir, auch die Kommunen haben ja höhere Einnahmen“, sagt Joachim Wagner.

Sparen ist angesichts der finanziellen Lage kein Thema. „Wir möchten aus der Halbtags- gerne eine Vollzeit-Stelle für das Archiv machen. Es steht so viel zur Digitalisierung an, was erledigt werden muss. Das wird nur teurer, wenn man die Fundstücke anhäuft“, sagt Reinhard Mendel.

„Es bringt nichts, über eine irgendeine halbe Stelle zu streiten. So schlecht steht der Kreis ja auch nicht da“, sagt Joachim Wagner. Für ihn ist aber ebenfalls klar, dass es mit dem Stellenaufbau nicht so weiter gehen kann. Wenn es nächstes Jahr wieder so sei, „muss man auf das Bremspedal treten.“

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