Ist das noch der richtige Kurs?

 Foto: Karikatur Wiedenroth
Foto: Karikatur Wiedenroth

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15. Dezember 2012, 07:58 Uhr

Selbstüberschätzung

Zugegeben, leicht hat es Martina Denecke ganz sicher nicht, als sie im Mai 2011 auf dem Chefsessel im Oststeinbeker Rathaus Platz nahm. Der Vorgänger war fast 25 Jahre Bürgermeister, der zweitwichtigste Mann der Verwaltung hatte sich gerade weg beworben. Da steht man allein vor Problemen, die man weder verursacht hat noch kennt. Nur was macht man dann? Man fragt Leute, die sich auskennen, man sucht sich Weggefährten, Verbündete. Die Verwaltungsfachwirtin tat das nicht. Sie pochte auf Paragraphen, legte sich fix mit Politik, Feuerwehr, Vereinen und den eigenen Mitarbeitern an. Sie habe nur ihre Meinung gelten lassen, sei nicht lernfähig und beratungsresistent warfen ihr die Politiker vor. Auch in der Sitzung, in der es um ihre Abwahl ging. Wer das bis dahin nicht so recht glauben wollte, wurde eines Besseren belehrt: von Martina Denecke selbst. Sie hätte immer korrekt gehandelt, Schuld wären die anderen. Auch das Gemeindeprüfungsamt hätte einen "sehr manipulativen" Prüfbericht" vorgelegt, den sie hätte ergänzen müssen, damit die Bürger sich ein eigenes, neutrales Bild machen können. Man ahnt nun, warum Martina Denecke. die Angebote all jener in den Wind schlug, die vermitteln, ihr helfen wollten. Für sie war alles gut, weil sie es so wahrnahm, sogar noch nach der Suspendierung. Unserem Karikaturisten Götz Wiedenroth ist da auch etwas zu eingefallen.

Zaunkönig Der Exer soll zum Kunstrasenplatz umgebaut werden. Details gibt es noch nicht, trotzdem präsentierte die FBO im Bauausschuss schon mal einen Fragenkatalog. Daraus wollte dann Friedrich-Karl Kümmel (FBO) eine Generaldebatte darüber anstrengen, ob der Platz zukünftig nicht doch besser eingezäunt werden soll. "Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass es dazu einen Beschluss gibt", beendete Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) diesen Versuch ziemlich schnell und ziemlich resolut. Feixen auf Seiten der CDU. "Wir wollen ja auch einen Zaun, aber dann müsst ihr euch mal einig werden, wie ihr in der Stadtverordnetenversammlung abstimmt", feuerte Siegfried Wobig (CDU) in Richtung FBO. Netter Versuch, nur leider ziemlich daneben. Der Beschluss im Finanzausschuss, auf einen Zaun vorerst zu verzichten, war einstimmig gefallen - also auch mit den Stimmen der CDU. Es ist nicht überliefert, wie sich die FBO positioniert hatte. Bei der Abstimmung über den Haushalt kam von der CDU auch wieder ein Ja, da stimmten dann FDP und FBO mit Nein - allerdings wurde der Zaun nicht als Grund angeführt, es kam auch kein Antrag, die Kosten dafür doch wieder vorzusehen.

Windbeutel Das ist ja ein toller Start. Kaum ist die Landesplanung in Kiel zur Chefsache erklärt worden, schon sorgt das in Bad Oldesloe für reichlich Wirbel. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat einen Strich durch die Windpläne seiner Politfreunde vor Ort gemacht. Vielleicht entpuppt es sich als Schreibfehler, aber ein ungünstiger Start ist es allemal.

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