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Stormarner Wochenschau : Irgendwas geht doch immer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gefühle können täuschen. Vielleicht ist das alte Kurbad ja ein Juwel und es gibt gar nicht so viele Einbrüche ... gefühlt eben .

Allheilmittel

Das stinkt doch zum Himmel. Im wörtlichen Sinne, wenn man sich den ganze Müll und Dreck im alten Kurbad ansieht, aber auch im übertragenen Sinne. Was wurde nicht schon alles geprüft, um das Gebäude neben der Schwimmhalle mit Leben zu füllen. Kindergarten? Ging nicht. Flüchtlinge? Ging nicht. Ein langwieriges und entsprechend teures Interessenbekundungsverfahren wurde angeleiert. Ergebnis? Nix. Angeblich soll es immer mal wieder Interessenten geben.

Auf der andere Seite steht die DLRG, die dringend eine Bleibe braucht. Andere Vereine vielleicht auch. Warum richtet man denen nicht mit einfachen Mitteln dort etwas her? Offenbar wollen die Stadtwerke das ums Verrecken nicht. Stattdessen schwadroniert deren Chef Jürgen Fahl etwas von 1,5 Millionen Euro Investitionssumme, die angeblich rentierlich sein sollen. 1,5 Millionen Euro ... Da muss eine alte Frau lange für stricken. Aber die Stadtwerke scheinen es ja zu haben.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren jedenfalls durch alle Fraktionen entsetzt von dem, was sie dort zu sehen bekamen. Mal wieder eine im weiteren Sinne städtische Immobilie, die verkommt.

Dabei wäre die Lösung doch ganz einfach. Wir nehmen den Badebetrieb wieder auf! Ja! Statt Fango und Kneipp starten wir den Bauschutt-Hype – liegt ja genug davon rum. Dreck, man nennt es auch Gossenvitamine, hat eindeutig eine perlende Wirkung. Alte Fliesen und Beton – das sind doch Mineralien in konzentrierter Form. Darüber kippen wir Oldesloer Sole und schon sind wir wieder Heilbad – mit Alleinstellungsmerkmal. Wenn das kein Geschäftsmodell ist ...

Gefühl

Die gefühlte Temperatur gehört je mittlerweile dazu, wenn es ums Wetter geht. Auch wenn sich alle Welt zu Beginn darüber lustig machte, kennt jeder den Unterschied zwischen Frost bei Sonnenschein und nasskalt, zwischen Minusgraden ohne und derselben Temperatur mit ordentlich Ostwind. Ähnlich dürfte es auch beim Kriminalitätsempfinden sein. Dass Stormarn noch nie in den letzten zehn Jahren sicherer war als 2016 verkündete Polizei bei der Vorstellung der Statistik. Aber Zahlen sind das eine, die gefühlte Wirklichkeit – das subjektive Sicherheitsgefühl – etwas anderes. Der vertiefte Blick in das polizeiliche Zahlenwerk hilft auch nicht viel weiter, weil die Statistik ja nicht wirklich die Straftaten erfasst, sondern die angezeigten Fälle und die Verdächtigen. Politisch motivierte Straftaten werden bei der Kripo gar nicht mit aufgenommen. Und Einbrüche zählen nur dann als Einbrüche, wenn kein Fenster geöffnet und die Haustür abgeschlossen war. Bei schweren Delikten wie Mord und Totschlag ist es einfach, Tat, Täter und Verurteilung zusammenzubringen: Die Aufmerksamkeit für die Fälle ist groß, die Zahl klein. Bei „Massendelikten“ wie Einbruch und Diebstahl lässt sich höchstens ein Trend ablesen. Und was bedeutet es, wenn es deutlich mehr Körperverletzungen, aber nur unwesentlich mehr Verdächtige gibt? Wird einfach mehr angezeigt oder verbergen sich hinter den Zahlen Mehrfachtäter. Manchmal muss man sich auch einfach mal auf sein Gefühl verlassen.

Versuch

Ist das mutig, oder ist das ein Trick? In Ahrensburg schlägt Bürgermeister Michael Sarach vor, die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten mit der halben Stundenzahl auszuschreiben. Denen, die dagegen sein könnten, macht er das schmackhaft mit einer neuen halben Stelle für Inklusion. Alle, bei denen Gleichstellung groß auf den Fahnen geschrieben steht, steht daneben auch die Inklusion. Dass der Protest der hauptamtlichen GB’s kommen würde, war so klar wie das Amen in der Kirche. Sollten am Ende anderthalb Stellen stehen?
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 18.Feb.2017 | 08:00 Uhr

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