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Bad Oldesloe : Insolvenz – Kino braucht Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Ich war zu schwach“ – Betreiber Heinz Wittern regt „Runden Tisch“ zur Rettung des Oldesloer Oho-Kinos an.

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erstellt am 03.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Oho, das sieht gar nicht gut aus für das Oldesloer Kino. Betreiber Heinz Wittern hat Insolvenz angemeldet. Der Hamburger Anwalt Dr. Steffen Koch ist vom Reinbeker Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.

Eigentlich war geplant, dass die Stadt das angegliederte Hotel Oldesloer Hof mietet, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Mal wollte die Stadt, dann doch wieder nicht. Dadurch verlängerte sich die Schließung des Kinos von ursprünglich nur einer Sommerpause, über den Spätherbst bis Ende Januar. Doch auch diese Pläne sind vergangene Woche geplatzt (wir berichteten).

Um aus dem Kino eine Flüchtlingsunterkunft machen zu können, hätte das Gebäude angepasst werden müssen – zum Beispiel mit zusätzlichen Fluchtwegen. Diese Investition wollte sich die Stadt für den Fall einer Insolvenz absichern lassen. Heinz Wittern schaltete einen Steuerberater und einen Anwalt ein, um entsprechende Verträge aufsetzen zu lassen. „Es war vereinbart, dass die Unterlagen bis 20. Januar vorliegen sollten“, erklärt Bürgermeister Tassilo von Bary: „Das ist nicht passiert.“

Hinzu komme, so der Verwaltungschef, dass es mittlerweile eine veränderte Flüchtlingssituation gebe. Die Kapazitäten von Familienkasse und ehemaligem Schwesternwohnheim reichten aus. „Weitere Anmietungen sind zurzeit nicht erforderlich“, stellt von Bary klar.

Theoretisch sei denkbar, dass die Stadt das Hotel trotzdem anmiete, um Unterbringungsmöglichkeiten in der Hinterhand zu haben. Doch das, so von Bary, bedeute nicht zwangsläufig, dass dann das Kino weiter betrieben werden könne. Eine Übernahme durch die Stadt lehnt er strikt ab. „Was sollen wir denn noch alles machen? Erst ein Altenheim und jetzt auch noch das Kino?“, fragt der Verwaltungs-Chef in Anspielung auf das St.-Jürgen-Stift, das ebenfalls finanzielle Probleme hat.

„Es war für mich eine Höllenzeit“, sagt Kinobetreiber Heinz Wittern: „Jetzt ist die Situation nicht viel besser, aber es ist ein Strich drunter, und wir wissen, wo wir anfangen können. Ich war zu schwach, habe zu viel vertraut, hätte früher darauf kommen müssen, dass das nichts wird.“ Die Insolvenz ist für ihn ein Schritt zur Sanierung.

Einen Plan zur Rettung des Kinos hat er wenige Tage nach der endgültigen Absage durch die Stadt nicht. Aber er ist offen für Vorschläge. Heinz Wittern hat eine ganz einfache Formel: „Entweder hat jemand Geld – oder Ideen, wie wir zu Geld kommen.“ Partnerschaft, Förderverein, alternative Finanzierungsmodelle, Verkauf des Hotels – der Oldesloer möchte am liebsten eine Art Runden Tisch ins Leben rufen, um Rettungsvorschläge zu erarbeiten. „Leute müssen zusammen kommen und Ideen entwickeln, wie wir das Kino erhalten können“, so Heinz Wittern: „Ich bin vollen Mutes, dass wir das hinbekommen.“

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