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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 14:29 Uhr

Bad Oldesloe : Innenstadt wird fit gemacht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In der Schützenstraße eröffnet ein neues Fitness-Studio. Wegen der Trave-Center-Rückseite ist ein runder Tisch geplant.

Muckibude, die nach Schweiß und Testosteron riecht? Das war gestern. Im ehemaligen Aldi-Laden an der Schützenstraße eröffnet morgen ein Fitness-Studio 2.0.

Innerhalb von knapp vier Wochen stampft Khalid Anwarzai dort eine Sport-Lounge aus dem Boden. Der Diplom-Fitnesslehrer ist seit 22 Jahren in der Branche aktiv, betreibt seit 1998 in Segeberg das 2000 Quadratmeter große Vitalikus-Studio. „Das hier ist eine andere Hausnummer“, erklärt er. Die modernen Geräte werden per Chip gesteuert, stellen sich individuell auf den jeweiligen Nutzer ein: Sitzposition, Bewegungsablauf und Gewicht. Der Trainingserfolg kann natürlich per App auf dem Smartphone verfolgt werden. 15 Minuten Zirkeltraining sollen ausreichen, den ganzen Körper fordern. „Nach der Viertelstunde sind Sie so geschafft wie nach einer Stunde normalem Training“, verspricht der Trainer. Nach zwei bis drei wöchentlichen Einheiten sollen sich Fitness und Gesundheit verbessern.

Nichts erinnert mehr an den früheren Discounter. Der Raum ist hell, modern, es glitzert, aber das Studio ist klein. Nur 150 Quadratmeter. „Auf kleiner Fläche viel ermöglichen, wenig Aufwand aber maximale Effektivität“, erläutert Anwarzai das Konzept, das sich hauptsächlich an „Best-Ager“ jenseits der 35 richtet. 250 000 Euro investiert der Sport-Experte in die Ausstattung.

„15 Minuten Express Fitness“ ist ein Franchisesystem, das zurzeit rasant im norddeutschen Raum boomt. Die Mitgliedszahl ist auf 300 Sportler begrenzt. In Itzehoe soll der break-even binnen sechseinhalb Wochen erreicht worden sein.

Damit ist ein innenstadtnaher Leerstand beseitigt worden. Eigentlich plante Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch ein Fitness-Studio an anderer Stelle in der Innenstadt. Er hatte einen Investor für die alte Verbindungsbrücke zwischen dem ehemaligen Kaufhaus und dem Teppichladen an der Hand. Unten sollte die Postbank einziehen. In den Obergeschossen hätten die Wohnungen hergerichtet werden sollen und auf besagter Brücke mit Blick über die Trave trainiert werden sollen. Ein faszinierender Gedanke. Doch daraus wird leider nichts. „Das ist erst mal gestorben“, erklärt jetzt Bürgermeister Tassilo von Bary. Bauexperten hätten das Gebäude noch mal gründlich inspiziert. „Das lohnt nicht zu sanieren“, so der Verwaltungschef.

An der Stelle sieht er dringenden Handlungsbedarf. „Wir müssen uns als Stadt darüber klar werden, welche städtebaulichen Interessen wir da haben und welche Möglichkeiten wir haben, sie durchzusetzen“, so von Bary. Für den angrenzenden Mohr(Trave)-Parkplatz hat die Post einen Bauantrag für einen Container gestellt. Bürgermeister von Bary: „Da müssen wir dringend einen runden Tisch mit den Eigentümern Döhle, Investor Lührs der Post und uns machen.“ An der Stelle gibt es vertrackte Verhältnisse. Der Stader Investor Helmut Lührs hat bislang nur den vorderen, ehemaligen M&H-Komplex gekauft. Für den rückwärtigen Teil und den Parkplatz besteht eine Kaufoption. Stellplätze der Geschäfte im Trave-Center sind auf dem angrenzenden Parkplatz „hinterlegt“. „Das wird nicht einfach, ist aber lösbar“, prognostiziert der Bürgermeister.

Für einen anderen runden Tisch sieht er hingegen keine Chance. Investorenpaar Weber will verzweifelt seine Trave-Arkaden-Pläne retten, möchte alle Beteiligten an einem Tisch haben und versucht, Politik sowie Verwaltung dafür einzuspannen. Die Haltung von Tassilo von Bary ist eindeutig: „Ich habe mit dem Eigentümer gesprochen. Die wollen mit den Webers nicht mehr verhandeln. Die Sparkasse hat auch entsprechende Bedingungen … Das hat sich alles erledigt.“ Seitens der Eigentümer, Lorac, sei ihm zugesichert worden, dass bis Ende Mai ein neuer Investor gefunden sei.

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 02.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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