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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 01:28 Uhr

Bad Oldesloe : Innenstadt im Wandel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zahlreiche Leerstände und Mieterwechsel in Bad Oldesloe. Prodibra plant weitere Aktionen.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Was ist los in der Travestadt? Zurzeit kennzeichnen zehn leere Schaufenster in der Hindenburg- und Mühlenstraße das Innenstadtbild. Im ehemaligen Somar-Laden scheint es zum Stillstand gekommen sein und der DHL-Paketshop zeigt sich ebenfalls unverändert in renovierungsbedürftigem Zustand. Über die Neubesetzung der alten Kneipe „Zur Mühle“ wird unter Geschäftsleuten besorgt gemunkelt. Dazu kommen weitere Leerstände im näheren Umkreis der Innenstadt. Ein erneutes Warnzeichen des Leerstandleidens?

Im Gegenteil, weiß Ladenflächenmanagerin Inke Koch: „Hinter den leerstehenden Fenstern verbergen sich zurzeit an vielen Stellen umfangreiche Umbau- und Sarnierungsmaßnahmen. Momentan findet eine Art Umstrukturierung statt.“ Der Gebäudeeigentümer der Kneipe „Zur Mühle“ habe Interessenten für sein Objekt und auch in den stadteigenen Räumlichkeiten des ehemaligen Vogue-Ladens fänden derzeit entsprechende Umbaumaßnahmen statt. Der neue Mieter werde zum ersten November einziehen. Auch habe sie zurzeit viele Interessenten für noch leerstehende Objekte.

Das sind grüne Zeichen, die beispielsweise Gerhild Friedrich und ihrem Spielwarengeschäft in der Hindenburgstraße nicht mehr nützen können. Nach über acht Jahren in der Kreisstadt und insgesamt 23 Jahren Selbstständigkeit schließt der letzte Spielwarenladen in Bad Oldesloe zum Ende des Monats. Eine Erfahrung habe sie besonders häufig gemacht: „Die Leute holen sich die Beratung bei uns im Laden und kaufen danach im Internet ein. Darunter leidet die gesamte Branche“, klagt die Geschäftsinhaberin.

Der Onlinehandel gegen den Einzelhandel – das ist eine fast jahrzehntealte Entwicklung. Immer mehr Menschen treffen ihre Kaufentscheidung im Internet, das belegen Statistiken zum Strukturwandel des Einkaufsverhaltens. Es gibt aber auch gegensätzliche Entwicklungen: Bei acht von zwölf Produktgruppen würden laut einer Statista-Umfrage über 50 Prozent der Befragten den Einzelhandel bevorzugen, darunter sogar den Kauf von Kleidung, Schuhen und Spielwaren.

Es muss zudem also noch weitere Gründe geben, warum es Läden wie das Spielwarengeschäft von Gerhild Friedrich schwer haben. Zurzeit kostet ein Quadratmeter Ladenfläche in 1a-Lage in Bad Oldesloe bis zu 15 Euro. Aus Sicht der Spielwarenverkäuferin ist diese verhältnismäßig hohe Miete vor allem für kleine Geschäfte ein Problem. Dabei sei für sie „die Ladenfläche an sich ideal. Sowas findet man heute kaum noch.“

Insbesondere beim Zustand der neu anzubietenden Ladenflächen sieht Inke Koch auch die Vermieter in der Pflicht: „Ich bin im ständigen Kontakt mit den Hauseigentümern. Es ist wichtig, dass sie einen Mieterwechsel auch als Chance sehen, um an den Räumlichkeiten etwas zu verändern.“ Darüber hinaus sei es notwendig, dass sich Ladenflächenbesitzer auch beim Internetauftritt der Stadt verzeichnen lassen. Unter dem „Einkaufsfinder“ können sich Kunden von außerhalb über das Angebot in der Stadt informieren. Für Mietinteressenten gibt es Informationen zu freien Ladenflächen.

Dass es trotz des momentan positiven Strukturwandels nicht immer leicht für die Einzelhändler in der Stadt ist, kann Nicole Brandstedter bestätigen. Der Initiatorin der Kampagne „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“ sei von Unternehmern auch schlechte Stimmung zu Ohren gekommen. Um dem entgegenzusteuern sind bereits für die nächste Zeit Aktionen geplant: So zum Beispiel ein Stadtgutschein, den man übergreifend in verschiedenen Läden der Innenstadt einlösen kann. Zusätzlich wird gemeinsam mit der Wirtschaftsvereinigung für die Adventszeit der Weihnachtsschmuck bereitgestellt, um Kunden für ihre Weihnachtseinkäufe in die Travestadt zu locken.

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