Ahrensburg : Initiative prüft Sammelklage

So könnte der Bahnhof aussehen: Station Claudiusstraße in Wandsbek.
So könnte der Bahnhof aussehen: Station Claudiusstraße in Wandsbek.

S4: Die Visualisierung und Planfeststellung für neue Gleise bis Ahrensburg und Bargteheide ist fertig.

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24. Februar 2018, 08:00 Uhr

Die Deutsche Bahn hat erste Visualisierungen der geplanten S-Bahnlinie 4 in Wandsbek gezeigt. Die „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ plant eine Sammelklage gegen die S 4. Bei einer Infoveranstaltung in Wandsbek stellte die DB Computersimulationen für die beiden neuen Bahnhöfe Claudiusstraße und Bovestraße vor, die den bisherigen Bahnhof Wandsbek ersetzen sollen.

Beide Stationen verschwinden quasi hinter sechs Meter hohen Lärmschutzwänden, die recht und links der Gleise sowie zum Teil zwischen den Gleisen aufgestellt werden sollen. Für Lärmminderung sollen regelmäßiges Glattschleifen der Schienen, Schmiervorrichtungen in Kurven, elastische Unterschotter-Matten und besondere Schwellen auf Brücken sorgen.

Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten im Abschnitt von Hasselbrook bis Wandsbek in drei Jahren beginnen. Dort werden für die S 4 zwei eigene Gleise nördlich der bestehenden Fernbahnstrecke gelegt. Auf dem 3,1 Kilometern langen Abschnitt sind neue Unterführungen für Fußgänger und den Straßenverkehr geplant. Neben einer zweiten Unterführung bei der bereits im Bau befindlichen Hammer Straße sind eine Verlängerung in der Luetkensallee und eine Verbreiterung in der Bovestraße vorgesehen.

Die Planfeststellungsunterlagen für die beiden weiteren Abschnitte mit zwei neuen S-Bahngleisen bis Ahrensburg und einem bis Bargteheide sollen in acht Monaten eingereicht werden. Zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe wird nichts gebaut: Die S 4 soll auf den bestehenden Fernbahngleisen fahren.

Der Parallelbetrieb von Personen und Güterverkehr auf der Strecke ist das Hauptärgernis für die Bürgerinitiative. Sie will erreichen, dass die künftig deutlich stärker befahrene europäische Güter-Transitstrecke nicht durch Wandsbek, Marienthal, Tonndorf, Rahlstedt, Ahrensburg und Bargteheide führt, sondern dass neue Gleise für den Güterverkehr parallel zur A 1 gebaut werden. Dann ließen sich die bestehenden Gleise für eine S 4 nutzen, was die Orte und die Menschen vor einer „unzumutbaren Lärmbelastung“ schützen würde. Die S 4 werde als Nahverkehrsprojekt bezeichnet, schaffe aber vor allem Kapazitäten für mehr Güterverkehr, so dass der gesamte Fehmarnbeltverkehr durch Stormarn und Hamburg laufen würde, obwohl zwei Drittel der Waren ein anderes Ziel hätten, so Vorsitzender Claus-Peter Schmidt.

Um noch im Planfestellungsverfahren reagieren zu können, hat die Bürgerinitiative die Anwältin Suzan Goldschmidt aus Winsen/Luhe verpflichtet. Sie gab 2015 juristische Unterstützung beim Celler Dialogforum Schiene Nord, bei dem es nach dem Aus für die so genannte Y-Trasse darum ging, einen anderen Schienenweg für die Hafenhinterlandverkehre aus Hamburg, den bremischen Häfen und den Jade-Weser-Port (BHV) zu finden.

Im Auftrag der Initiative fordert Suzan Goldschmidt, die Verteilung der Güterverkehre südlich von Lübeck im Planfeststellungsverfahren mit einzubeziehen und Alternativstrecken zu prüfen. „Die Rechtsanwältin ist bereit, über eine Sammelklage der BI Klagen für die einzelnen Anwohner einzureichen. Auf diese Weise trägt jeder nur eine geringe Kostenlast“, sagt Claus-Peter Schmidt. Das Vorgehen habe sich bewährt, lebe aber davon, dass sich viele Personen beteiligen, indem sie in den Verein eintreten oder ihn unterstützen. Da 250 000 Menschen an der Strecke wohnen hofft Schmidt auf genügend Mitstreiter.

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