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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:10 Uhr

In dieser Nacht fuhr der Tod mit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Biker kam auf B 404 ums Leben / Vier Verletzte auf der A 1 / Hund flüchtete vom Unfallort / 300 Liter Hydrauliköl ausgelaufen


Eine Nacht des Schreckens auf Stormarner Verkehrswegen: Bei Trittau verunglückte ein 25-jähriger Motorradfahrer auf der B  404 tödlich, auf der A1 in der Nähe des Rastplatzes Melmshöhe zogen sich vier Personen bei einem Unfall Verletzungen zu. Kurz darauf waren Einsatzkräfte erneut gefordert, als auf der A1 bei einem Schwertransport eine Hydraulikleitung platzte und die Fahrbahn großflächig verunreinigt war.

Gegen 22.20 Uhr am Mittwoch war ein Schwarzenbeker mit seinem Motorrad Honda CBR 600 auf der Bundesstraße in Richtung Süden unterwegs. Zwischen den Trittauer Anschlussstellen Nord und Süd geriet der junge Fahrer vermutlich bei einem Überholmanöver mit seiner Maschine gegen das Heck eines ebenfalls in Richtung Süden fahrenden Sattelzuges eines Polen geraten.

Während die schwere Honda gegen den Stoßfänger krachte und den regelrecht verbog, prallte der Kradfahrer offenbar gegen den Aufbau des Aufliegers. Dabei wurde er von seiner Maschine gerissen und stürzte auf die Fahrbahn. Die Maschine schleuderte quer über die Fahrbahn, riss einen Träger von der linken Schutzplanke ab, knickte den Stahlträger einfach um und landete völlig zerstört im gut eineinhalb Meter tiefer liegenden Graben. Der Kradfahrer blieb knapp 50 Meter entfernt an der Schutzplanke liegen. Er war offenbar sofort tot.

Als nur wenige Minuten nach dem Unfall die ersten Rettungskräfte am Einsatzort eintrafen, glich die Bundesstraße 404 einem Trümmerfeld. Teile des Motorrades und des Lkw lagen über 100 Meter verstreut auf der Fahrbahn. Die Polizei sperrte den Bereich der Unfallstelle ab und forderte einen Sachverständigen der Dekra sowie die Freiwillige Feuerwehr Trittau zum Ausleuchten der Unfallstelle an. Der Leichnam wurde beschlagnahmt und zur Untersuchung in die Gerichtsmedizin nach Lübeck gebracht.

Da die Bundesstraße komplett gesperrt war, wurde der Verkehr an den Anschlussstellen Trittau Nord und Trittau Süd von der Polizei abgeleitet. Für die Vernehmung des polnischen Truckers und seines Beifahrers musste die Polizei einen Dolmetscher hinzuziehen. Erst gegen 2 Uhr war die Unfallaufnahme beendet und die Fahrbahn gereinigt, so dass die Bundesstraße wieder freigegeben werden konnte.

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Bei einem Verkehrsunfall auf der A 1 etwa zwei Kilometer hinter der Anschlussstelle Bad Oldesloe sind in der Nacht zu Donnerstag vier Personen zum Teil schwer verletzt worden. Kurz vor 3 Uhr war ein 25-jähriger Mann aus Groß Grönau mit seinem Mercedes Sprinter auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Lübeck unterwegs. Der Fahrer gab gegenüber der Polizei an, einem Tier ausgewichen zu sein. Bei diesem Ausweichmanöver riss der Mann das Lenkrad nach links und krachte dabei in einen VW-Bus, der zu dieser Zeit auf dem mittleren Fahrstreifen in die gleiche Richtung unterwegs war. Der Fahrer des T3, ein 65-jähriger Hamburger, wurde bei dem Zusammenstoß leicht an Armen und am Kopf verletzt. Eine 17-jährige Tochter wurde ebenfalls leicht verletzt, seine beiden weiteren Töchter im Alter von ebenfalls 17 und 14 Jahren zogen sich sogar schwere Verletzungen zu. Auch der Unfallverursacher wurde leicht verletzt.

Alle Beteiligten wurden nach einer ersten Behandlung vor Ort in Lübecker Krankenhäuser gebracht. Der Hund der Familie machte sich bei dem Unfall allerdings aus dem Staub und wurde selbst trotz intensiver Nachsuche durch Polizei und Feuerwehr zunächst nicht gefunden.

Nachdem die beiden Unfallfahrzeuge abgeschleppt waren, musste die Fahrbahn im Bereich der Unfallstelle professionell gereinigt werden. Dazu wurden neben der Autobahnmeisterei auch Mitarbeiter einer Spezialfirma eingesetzt. Gegen 5.20 Uhr wurde die A1 in Richtung Norden wieder freigegeben. Bis dahin wurde der Verkehr aus Richtung Süden an der AS Bad Oldesloe abgeleitet.

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Doch auch an der Anschlussstelle kam es zu Komplikationen, weil dort gerade ein Schwertransport mit mehreren Fahrzeugen, die Teile einer Windkraftanlage für den Windpark in Siebenbäumen geladen hatten, von der Autobahn auf die Bundesstraße 208 einbog. Bei diesem Manöver platzte bei einem der riesigen Transporter eine Hydraulikleitung und etwa 300 Liter Hydrauliköl liefen auf die Fahrbahn. Nachdem die Feuerwehr das Öl zunächst mit Bindemittel abgestreut hatte, musste auch hier die Straße komplett von einer Faschfirma gereinigt werden. Gestern Mittag meldete sich ein Autofahrer bei der Autobahnpolizei, der zwar nicht den Unfallhergang gesehen hatte. Sehr wohl aber hatte er ein Reh auf dem linken Fahrstreifen gesehen, dass entgegen der Fahrtrichtung von der Unfallstelle in Richtung Hamburg unterwegs war.

Damit bestätigte sich die Aussage des vermeintlichen Unfallverursachers. Und auch der Hund ist wieder da. Gestern zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr waren gleich acht Streifenwagen der Polizei im Bereich des stillgelegten Parkplatzes Barnitztal damit beschäftigt, den Hund einzufangen, nachdem er dort gesehen wurde. Doch das Vorhaben misslang. Der Hund verschwand im Wald. Gegen Mittag wurde der Hund dann in einem Wohngebiet ganz in der Nähe festgehalten und dann zum Tierheim nach Bad Oldesloe gebracht. Dort wartet er nun auf seine Familie.

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