Besuch aus Kiel : In der kleinen Grundschule macht Lernen großen Spaß

Bildungsministerin Wara Wende  kletterte mit den Kindern auf das große Spielschiff auf dem Schulhof, in der Mitte v.l. Schulleiterin Jutta Nienhaus, Schulrat Michael Rebling,  Bürgermeister Ralf Breisacher und Ministerin Wara Wende.
Bildungsministerin Wara Wende kletterte mit den Kindern auf das große Spielschiff auf dem Schulhof, in der Mitte v.l. Schulleiterin Jutta Nienhaus, Schulrat Michael Rebling, Bürgermeister Ralf Breisacher und Ministerin Wara Wende.

Bildungsministerin Wara Wende machte sich in Stormarn ein Bild von einer der kleinsten Grundschulen im Lande. Sie machte sich ein Bild vom dem hervorragenden jahrgangsübergreifenden Unterricht.

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17. November 2013, 14:00 Uhr

Hoher Besuch kam jetzt in die Grundschule Grönwohld: Bildungsministerin Wara Wende machte sich ein Bild von einer der kleinsten Grundschulen Schleswig-Holsteins. Hintergrund war einerseits die Diskussion um die Schließung kleiner Schulen, andererseits der bis nach Kiel gedrungene gute Ruf der Schule, hervorragenden offenen und jahrgangsübergreifenden Unterricht zu machen.

Schon seit 2005 wird an drei Tagen im Deutsch-, Mathe-, HSU und Englischraum nach Themen in allen vier Klassenstufen gearbeitet. An den anderen beiden Tagen erfolgt gelenkter Unterricht, der dann im offenen Unterricht mit Projekten vertieft wird. Die Kinder haben die Wahl, wohin sie gehen, aber es wird natürlich auf eine vernünftige Verteilung seitens der Lehrerschaft geachtet. „Sie haben hier ein super Modell entwickelt. So einen Mix aus offenem und gelenktem Unterricht habe ich noch nicht erlebt und finde ihn sehr gelungen“, lobte Wende und fand lobende Worte für die hervorragende Teamarbeit des Kollegiums miteinander und mit den anderen Institutionen auf dem gleichen Gelände: Kindergarten und Nachmittagsbetreuung.

Wende eröffnete am bundesweiten „Lesetag“ mit einer Geschichte ihres Ministerkollegen Habeck den Deutschraum zum Thema „Herbst“. Anschließend erlebte sie mit, wie die Kinder eigene Geschichten und Gedichte entwickelten, machte einen Rundgang durch die anderen Fachräume und diskutierte mit den Lehrkräften zum Thema Inklusion und Ausbildung der Lehrer.

Die Lehrer trugen ihre Sorgen vor, die sich im täglichen Unterrichtsalltag darstellen: 98 Kinder lernen in Grönwohld, davon sind drei offiziell Inklusionskinder mit einem eigenen Schulbegleiter, mindestens weitere zehn haben Förderbedarf, weil sie soziale und familiäre Probleme mitbringen, Lernschwierigkeiten haben oder sich nicht konzentrieren können. Demgegenüber stehen sechs Lehrkräfte, einige sind aber nur stundenweise da.

„Wir haben eine weitere Lehrkraft vom Förderzentrum, die zwölf Stunden an der Schule gibt, aber nicht am Stück. Sie pendelt zwischen mehrere Schulen und ist oft nur zwei Stunden da. Das ist zuwenig“, sagt Schulleiterin Jutta Nienhaus. Die Ministerin räumte ein, dass die Inklusionsquote Schleswig-Holsteins von 60 Prozent nichts über die Qualität aussage. „Das Modell läuft Gefahr, gegen die Wand gefahren zu werden. Ich habe einen Arbeitskreis gegründet, der bis zum Frühjahr 2014 ein Konzept für die Inklusion erarbeiten soll“, so Wende. Die Lehrerschaft in Grönwohld betonte, dass sowohl der offene Unterricht, als auch die vielen AG Angebote wie Holzarbeiten oder Stricken, ohne die Mithilfe engagierter Eltern nicht machbar wäre. „Wir fühlen uns da manchmal nicht richtig unterstützt, zwei Wochenstunden Förderunterricht reichen einfach nicht“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Janis Walzel. Auch die zu großen Klassen wurden moniert.

Als Fazit nahm die Ministerin ein Bild von einer engagierten Lehrerschaft mit und sagte für alle überraschend, dass sie sich in Grönwohld eine der 250 Schwerpunktschulen für Inklusion – über dieses Modell wird nachgedacht – vorstellen könne. Auch das Fazit der Schulleiterin und ihres Teams war positiv: „Es war eine offene Diskussion über die Probleme, die Inklusion so mit sich bringt. Es reicht eben nicht, einen Lernschwachen neben einen Hochbegabten zu setzen. Wir hatten das Gefühl, dass Frau Wende die Informationen gut aufgenommen hat“. Lehrerin Cornelia Dohse ergänzte: „Sie hat unsere Arbeit anerkannt, das ermutigt, so weiterzumachen“. Nun sind alle gespannt, ob nach dem Besuch der Ministerin irgendwann „etwas zurückkommt“.




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